BVB triumphiert in Köln - FC-Ärger über Schiedsrichterentscheidung spitzt Krise zu
Die Profis von Borussia Dortmund feierten vor ihren mitgereisten Fans am Ende einen erleichterten, wenn auch erzitterten Sieg. Beim 1. FC Köln richtete sich die Wut über die 1:2-Niederlage in Unterzahl jedoch vor allem gegen den Schiedsrichter. In der Nachspielzeit pfiff Daniel Siebert keinen Handspiel-Elfmeter für die Gastgeber, obwohl der Dortmunder Yan Couto im eigenen Strafraum den Ball nach einer Flanke mit ausgestrecktem Arm berührt hatte. Diese Entscheidung frustrierte die Kölner Mannschaft und Verantwortlichen extrem.
Emotionale Reaktionen nach umstrittener Szene
„Das ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Dass man das nicht sieht - dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, sagte Kölns Geschäftsführer Thomas Kessler bei Sky. FC-Torhüter Martin Schwäbe erging es ähnlich: „Ich kann es nicht nachvollziehen, wo man die Messlatte zieht.“ Selbst BVB-Geschäftsführer Lars Ricken räumte ein: „Das hätte man durchaus pfeifen können.“
Kölns Trainer Lukas Kwasniok, der nach dem fünften sieglosen Spiel am Stück noch stärker unter Druck geraten ist, sprang nach Ansicht der Videobilder wie wild auf und ab an der Seitenlinie. „Ich verstehe ihn voll und ganz, dass er stocksauer ist“, sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus als Sky-Experte und fügte pointiert hinzu: „Hellrote Karte in den Kölner Keller!“
Spielverlauf mit früher Roter Karte
Beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Aufsteiger schossen Serhou Guirassy in der 16. Minute und Maximilian Beier in der 60. Minute die Tore für den Tabellenzweiten aus Dortmund. Bei den Rheinländern hatte Jamai Simpson-Pusey wegen groben Foulspiels in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Rote Karte gesehen. Köln kämpfte trotz der personellen Unterzahl weiter und kam durch Jakub Kaminski in der 88. Minute immerhin zum verdienten Anschlusstreffer.
Durch den Sieg wahrten die Dortmunder ihren Vorsprung von sechs Punkten auf den Dritten Hoffenheim. Für die Kölner wird die Lage nach dem fünften sieglosen Spiel am Stück dagegen immer bedrohlicher. Der Vorsprung von zwei Zählern auf die Abstiegsregion könnte bereits am Sonntag komplett aufgebraucht sein.
Druck auf Kölner Trainer wächst
In den kommenden Spielen beim Hamburger SV und im Derby gegen Borussia Mönchengladbach gegen direkte Konkurrenten müssen dringend Punkte her - wohl auch, um den Job von Trainer Lukas Kwasniok zu retten. Nach der jüngsten 0:2-Enttäuschung gegen den FC Augsburg hatten die Kölner Bosse dem Trainer zwar den Rücken gestärkt. Dennoch gab es in den Tagen vor dem Spiel gegen den BVB Berichte über ein angebliches Ultimatum, das Kwasniok jedoch entschieden dementierte.
Dass der FC dringend mal wieder gewinnen muss, war indes auch dem 44-Jährigen klar. Tatsächlich begann sein Team forsch und hatte zumindest zu Beginn mehr Ballbesitz als der Tabellenzweite, bei dem die Anspannung nach dem 2:3 im Spitzenspiel gegen den FC Bayern und der damit wohl verspielten Meisterschaft zu fehlen schien.
Spieldynamik und taktische Entscheidungen
Der BVB quälte sich eher durch die Partie, als Freude am Spiel zu haben. Die Kölner machten das Spiel, aber Dortmund ging dennoch in Führung. Es war der frühere FC-Stürmer Serhou Guirassy, der den kollektiven Schlaf der Kölner Abwehr ausnutzte. Nach einer Ecke beförderte Maximilian Beier den Ball wieder im Bogen in den Kölner Strafraum, wo Guirassy schnell schaltete und den Ball mit der Sohle vorbei an FC-Keeper Marvin Schwäbe ins Netz drückte.
Für den Angreifer war es der zwölfte Saisontreffer und bereits der siebte in der Rückserie. Wegen des Fastenmonats Ramadan hatte Dortmunds Chefcoach Niko Kovac gegen die Bayern noch auf die Moslems Guirassy und Ramy Bensebaini in der Startelf verzichtet. In Köln durften beide dann aber wieder von Beginn an ran.
Entscheidende Momente und Schlussphase
Nach der Führung übernahmen die Westfalen langsam die Spielkontrolle, ohne dabei besonders zu glänzen. Die Kölner schwächten sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit jedoch selbst. Winter-Zugang Simpson-Pusey trat Beier von hinten grob und ohne Aussicht auf den Ball in die Achillessehne. Die zunächst gezeigte Gelbe Karte revidierte Schiedsrichter Daniel Siebert nach Ansicht der Videobilder zum Unmut des Kölner Publikums und zückte stattdessen Rot.
In Unterzahl stemmten sich die Rheinländer zwar tapfer gegen die Niederlage, waren in der Offensive aber zu harmlos. Die Dortmunder taten nicht mehr als absolut nötig, um den Sieg zu sichern. Nach einer Stunde spielte sich Beier im Doppelpass mit Julian Brandt frei und traf zum 2:0. Durch Kaminskis späten Anschlusstreffer wurden die Schlussminuten noch einmal richtig spannend, doch der Ausgleich blieb aus.



