Leverkusen-Boss Carro tobt nach enttäuschendem Remis gegen Mainz
Bayer Leverkusen hat in der Bundesliga erneut enttäuscht und im Rennen um die Champions-League-Plätze wichtige Punkte liegen lassen. Das 1:1-Unentschieden gegen den 1. FSV Mainz 05 ließ Vereinschef Fernando Carro vor Wut schäumen. Im Anschluss an die Partie entlud sich sein Ärger sowohl gegenüber dem Schiedsrichter als auch gegenüber der eigenen Mannschaft.
Umstrittene Elfmeter-Entscheidung entfacht Carros Zorn
Den Zündfunken für Carros Wutausbruch lieferte eine umstrittene Szene direkt vor dem Führungstreffer der Mainzer. In der 58. Minute hielt Mainzs Dominik Kohr den Leverkusener Stürmer Patrik Schick im Strafraum mit beiden Armen fest und riss ihn zu Boden. Schiedsrichter Tobias Stieler pfiff jedoch keinen Elfmeter, woraufhin Mainz im Gegenangriff eiskalt zur Führung traf.
„Wo ist der Stieler, der Blödmann?“, rief Carro lautstark auf dem Weg vom Kabinentrakt durch die Mixed Zone in Richtung Schiedsrichterraum. Er wollte sich persönlich eine Erklärung für die unterbliebene Elfmeter-Entscheidung einholen.
Carro und Hjulmand kritisieren Schiri-Begründung scharf
Nach dem Gespräch mit Stieler polterte Carro weiter. „Für mich ein klarer Elfer“, betonte der Leverkusen-Boss und kritisierte insbesondere, dass der Videoassistent (VAR) nicht eingegriffen habe. Eine solche Szene müsse zwingend überprüft und korrigiert werden.
Stielers Begründung, es habe sich um ein „50:50-Duell“ ohne klaren Regelverstoß gehandelt, ließ Carro nicht gelten. Auch Trainer Kasper Hjulmand teilte diese Einschätzung nicht. „Wenn das kein Elfmeter ist, dann soll mir bitte jemand erklären, warum“, sagte der sonst besonnene Däne. „Es ist unfassbar.“
Standpauke auf Spanisch: Carro nimmt eigene Mannschaft in die Pflicht
Doch nicht nur der Schiedsrichter bekam Carros Frust zu spüren. Auch die eigene Mannschaft nahm er sich nach der enttäuschenden Leistung zur Brust. Bereits auf dem Weg von der Tribüne in die Katakomben hatte der 61-Jährige lautstark geschimpft.
In der Kabine richtete er dann einige scharfe Worte an seine Spieler – kurioserweise auf Spanisch. „Für die über weite Strecken ideenlose und wenig engagierte Vorstellung hat mir schlicht der passende deutsche Begriff gefehlt“, verriet Carro später.
Seine sinngemäße Übersetzung der Standpauke ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Vor allem in der ersten Halbzeit war das keine gute Vorstellung. Wir müssen endlich aufwachen. Am Ende haben wir es ja versucht, aber du kannst nicht 50 oder 80 Minuten so spielen.“
Spielerische Defizite und Champions-League-Dämpfer
Das Remis gegen Mainz bedeutete nicht nur einen weiteren Dämpfer im Kampf um die Königsklasse. Spielerisch offenbarte die Mannschaft erneut große Defizite. Bereits die letzten Spiele gegen Union Berlin (0:1) und Olympiakos Piräus (0:0) hatten Leverkusen uninspiriert und kraftlos wirken lassen.
Ex-Profi Christoph Kramer fand nach der Partie gegen Mainz klare Worte und bezeichnete die Leistung unverblümt als „große Scheiße“. Für den ehrgeizigen Vereinschef Carro war die Darbietung nur schwer zu ertragen. „Wenn ich jetzt noch in der Kabine wäre, würde ich ausflippen“, gab er unumwunden zu.
Die Situation bei Bayer Leverkusen bleibt angespannt. Während die Mannschaft im Champions-League-Rennen weiter zurückfällt, wächst der Druck sowohl auf die Spieler als auch auf die Verantwortlichen. Carros deutliche Kritik an Schiedsrichter und eigenem Team zeigt, dass die Geduld in Leverkusen langsam am Ende ist.



