Emotionales Derby mit bitterem Beigeschmack für Castrop
Das Kölner Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach entwickelte sich am Samstag zu einem wahren Fußballspektakel mit einem bittersüßen Nachgeschmack für Jens Castrop. Der 22-jährige Gladbacher Mittelfeldspieler lieferte trotz einer schmerzhaften Verletzung eine absolute Gala-Leistung ab, die am Ende jedoch nicht zum Sieg reichte.
Früher Treffer und Traumtor mit kaputtem Fuß
Bereits nach nur 28 Sekunden erzielte Castrop mit einem präzisen Schuss die frühe Führung für die Fohlen. Seine Leistung setzte sich fort, als er in der 20. Minute mit einer genauen Flanke die Vorlage für Philipp Sanders Ausgleichstreffer zum 2:2 lieferte. Doch der Höhepunkt folgte in der 60. Spielminute: Nachdem Castrop übel umgeknickt war und minutenlang am Spielfeldrand behandelt werden musste, kehrte er trotz der Verletzung zurück und hämmerte den Ball aus 20 Metern Entfernung mit seinem angeschlagenen Fuß zum 3:2 in den Winkel.
Castrop beschrieb den Moment nach dem Spiel: „Ich habe mich vertreten und der Fuß war verkrampft. Es war ein ekelhafter Schmerz in der Fußsohle. Da musste ich auf die Zähne beißen. Und dann habe ich den Ball irgendwie magisch getroffen.“
Später Ausgleich macht Triumph zunichte
Die Freude über das Traumtor währte jedoch nicht lange. In der 84. Minute erzielte Kölns Martel den späten Ausgleich zum 3:3-Endstand und verwandelte Castrops herausragende Einzelleistung in einen persönlichen und mannschaftlichen Frust. „Es waren brutal viele Emotionen in diesem Derby. Aber natürlich ist es sehr frustrierend, dass wir es nicht geschafft haben, den Dreier mit nach Hause zu nehmen“, kommentierte der Gladbacher Spieler die enttäuschende Punkteteilung.
Emotionale Rückkehr nach FC-Jugendzeit
Das Derby hatte für Castrop eine besondere persönliche Bedeutung. Von 2015 bis 2022 durchlief er die Jugendabteilung des 1. FC Köln und absolvierte nun sein erstes Rheinderby im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Seine Rückkehr nach Köln war von gemischten Gefühlen geprägt: „Natürlich bin ich frustriert über die Zeit, wie es am Ende verlaufen ist, weil ich eine sehr gute Jugend beim FC hatte. Ich war ein sehr ehrgeiziger junger Spieler und ich wollte so schnell wie möglich mein Debüt bei den Profis machen.“
Castrop erinnerte sich an seine Zeit in der Kölner Jugend: „Ich habe beim DFB alle Spieler in meinem Jahrgang um mich herum gesehen, die ganzen Talente, wie sie in ihren Mannschaften zu ihren ersten Spielen kamen. Und ich stand irgendwie auf der Stelle, kam nicht weiter. Deswegen habe ich mir einen anderen Weg gesucht.“ Dieser Weg führte ihn schließlich nach Mönchengladbach und in die Bundesliga, wo er sich nun als wichtiger Spieler etabliert hat.
Das Derby zeigte einmal mehr, warum der Fußballklassiker zwischen Köln und Mönchengladbach zu den emotionalsten Begegnungen der Bundesliga zählt. Für Jens Castrop bleibt es trotz seiner individuellen Glanzleistung ein Spiel mit schmerzhaftem Nachgeschmack – sowohl körperlich als auch emotional.



