Rumäniens unterirdischer Gletscher: Ein Naturwunder wächst seit Jahrtausenden
Rumäniens unterirdischer Gletscher wächst seit Jahrtausenden

Rumäniens unterirdischer Gletscher: Ein Naturwunder wächst seit Jahrtausenden

Im Herzen des rumänischen Apuseni-Gebirges verbirgt sich ein atemberaubendes Naturphänomen: die Scărișoara-Höhle. Auf über 1000 Metern Höhe in der Nähe von Câmpeni befindet sich hier der weltweit größte unterirdische Gletscher. Während an vielen Orten der Erde das Eis schmilzt, wächst dieser einzigartige Gletscher seit etwa 3500 Jahren ununterbrochen weiter.

Ein beeindruckendes Eismonument

Der unterirdische Gletscher umfasst beeindruckende 75.000 Kubikmeter Eis und erreicht eine Dicke von bis zu 26 Metern. Besucher können dieses spektakuläre Naturschauspiel bei geführten Touren aus nächster Nähe erleben. Der Abstieg in die Höhle ist bereits ein Abenteuer für sich: Durch einen 50 Meter breiten und 48 Meter tiefen Schacht führen etwa 450 teils rutschige Stufen hinab in die Tiefe.

Die faszinierende Geologie der Höhle

Stählerne Treppen und Leitern leiten die Besucher in die sogenannte Große Halle und die Kirche, eine gewaltige Kammer von 109 Metern Länge und 78 Metern Breite. Die Höhle ist Teil eines weit verzweigten Systems, das erstmals zwischen 1921 und 1923 von Emil Racoviță wissenschaftlich erforscht wurde. Seit 1933 steht das Naturdenkmal unter Schutz, mit weiteren Untersuchungen in den 1960er- und 1980er-Jahren.

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Das natürliche Kühlsystem

Das Geheimnis des wachsenden Gletschers liegt in einem ausgeklügelten natürlichen Kühlsystem: Kalte Winterluft sinkt durch den Zugangsschacht in die Höhle hinab, während warme Sommerluft oben verbleibt. Im Frühjahr dringt Schmelzwasser ein und gefriert sofort an den kalten Wänden. Auf diese Weise wächst der Gletscher kontinuierlich weiter.

Gleichzeitig schmelzen in über 90 Metern Tiefe die ältesten Eisschichten durch höhere Temperaturen – der Eiskörper erneuert sich somit ständig selbst. Dieses dynamische Gleichgewicht sorgt für die beständige Entwicklung des unterirdischen Eismonuments.

Legenden und touristische Attraktionen

Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um die geheimnisvolle Höhle. Eine Legende erzählt von einem Drachen, der jedes Jahr ein Mädchen raubte. Neben dem imposanten Gletscher beeindrucken bis zu vier Meter hohe Eissäulen die Besucher. Die Temperaturen in der Höhle liegen im Sommer bei etwa 5 Grad Celsius, ansonsten meist knapp unter dem Gefrierpunkt.

Praktische Informationen für Besucher

Die beste Reisezeit für einen Besuch sind die Monate Mai bis Juni. Die Höhle ist von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt etwa zwei Euro, wobei der Zugang ausschließlich im Rahmen einer 30- bis 40-minütigen Führung für Gruppen bis zu 30 Personen möglich ist.

Viele Besucher beschreiben die Scărișoara-Höhle in ihren Bewertungen als echtes Naturwunder und empfehlen einen frühen Besuch, um die volle Pracht des unterirdischen Gletschers erleben zu können. Dieses einzigartige Naturphänomen bleibt ein faszinierendes Zeugnis der Erdgeschichte und zieht Jahr für Jahr zahlreiche neugierige Besucher in seinen Bann.

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