Champions League: Urbig wohl startklar - Kein Bayern-„Larifari“ gegen Bergamo
Champions League: Urbig startklar, kein Bayern-Larifari

Champions League: Urbig wohl startklar - Kein Bayern-„Larifari“ gegen Bergamo

Die Tür zum Viertelfinale der Champions League steht für den FC Bayern München sperrangelweit offen. Selbst wenn ein Königsklassen-Debütant im Tor stehen müsste, bestünde für Trainer Vincent Kompany kein Grund zur Panik. Das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo in der Allianz Arena verspricht trotz personeller Engpässe eine klare Angelegenheit für die Münchner zu werden.

Torwart-Rätsel gelöst: Urbig bereit für Comeback

Vincent Kompany löste das Münchner Torwart-Rätsel ohne großes Aufstellungs-Poker auf. Der erst 16-jährige Leonard Prescott bereitete sich zwar beim Abschlusstraining auf den Notfall vor und parierte im leichten Regen die auf ihn zu fliegenden Bälle. Doch am Mittwochabend wird im Champions-League-Rückspiel gegen Atalanta Bergamo aller Voraussicht nach wieder Jonas Urbig im Kasten stehen - vorausgesetzt, die Ärzte geben grünes Licht.

„Jonas kann wieder ganz normal trainieren“, berichtete Kompany erleichtert nach dem finalen Test. Es sah tatsächlich weder zaghaft noch vorsichtig aus, wie sich der 22-Jährige nach seiner vor einer Woche in Italien beim 6:1 im Achtelfinal-Hinspiel erlittenen Gehirnerschütterung immer wieder auf den Rasen warf.

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Medizinische Entscheidung steht im Fokus

„Die Entscheidung wird eine rein medizinische sein. Wenn alles passt morgen früh, steht Urbig im Tor“, kündigte Kompany an: „Und wenn nicht, dann müssen wir eine andere Lösung benützen.“ Der Bayern-Coach verriet auch, dass diese Alternative dann Königsklassen-Debütant Prescott sein würde.

Noch erstaunlicher als Urbigs rasches Comeback war am Dienstag, dass auch Manuel Neuer beim Abschlusstraining des deutschen Fußball-Rekordmeisters munter mitmischte - und das nur anderthalb Wochen nach einem zweiten Muskelfaserriss in der linken Wade. Spielen soll der Kapitän aber vorerst noch nicht.

Verzwickte Torwart-Situation in München

Urbig bekam bei der letzten Aktion im Hinspiel gegen Bergamo einen heftigen Kopf-Crash ab. Er musste danach sogar zur Untersuchung ins Krankenhaus. Am vergangenen Wochenende verletzte sich dann auch noch Torwart Nummer drei, Sven Ulreich, beim 1:1 in Leverkusen. Diese unglückliche Verkettung von Umständen beschleunigt nun Urbigs Rückkehr in das Mannschaftstraining.

Eigentlich müsste die verzwickte Torwart-Situation neben einer längeren Ausfallliste in München größere Sorgen vor einem K.o.-Spiel in Europas Königsklasse hervorrufen. Eigentlich! Kompany kann jedoch vor dem Rückspiel gegen Atalanta ziemlich gelassen bleiben. Denn der Fünf-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel ist ein komfortables Ruhepolster.

Bayern-Chef zeigt sich zuversichtlich

„Die Tür zum Viertelfinale ist weit offen“, sagte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen im Anschluss an das Training. Torjäger Harry Kane und seine Teamkollegen müssen in der Allianz Arena nur hindurchspazieren. Das dürfte auch ohne die gesperrten Leistungsträger Joshua Kimmich und Michael Olise sowie die beim Hinspiel verletzten Alphonso Davies und Jamal Musiala reine Formsache sein.

Selbst mit der verrückten Torhütersituation. Die Genesungszeit für Urbig scheint dabei auf den Punkt gereicht zu haben. Trainiert hatte der 22-Jährige schon am Montag wieder mit dem Team, wie Videobilder des FC Bayern zeigten. Grünes Licht muss wegen eines speziellen Rückkehrprotokolls nach Kopfverletzungen aber letztendlich der Teamarzt geben.

Prescott als mögliche Alternative

Kompany würde auch dem erst 1,96 Meter großen Jugend-Keeper Prescott vertrauen. „Ganz ruhig“ habe er diesen wahrgenommen in den vergangenen Tagen. „Wenn er spielen muss, dann bekommt er volle Rückendeckung. Wir haben viele gute Spieler in der Mannschaft, die ihm helfen würden“, sagte Kompany. Schon in Bergamo und in Leverkusen war der in New York geborene Teenager dabei. Da saß Prescott noch recht entspannt auf der Bank.

Der Riese gilt als großes Talent, als ein spielender Torwart à la Neuer, der das Risiko liebt. Ein Prescott-Debüt im europäischen Rampenlicht würde dem Rückspiel einen Spannungseffekt geben, den es mit Urbig im Tor nicht hätte.

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Keine Nachlässigkeit trotz komfortabler Führung

„Wir werden nicht Larifari spielen“, versicherte Vorstandschef Dreesen gleich nach der Tor-Gala in Bergamo. Denn das könnte dieses Bayern-Team eh nicht. Schon gar nicht unter Kompany. „Ich weiß, wir haben schon einen sehr guten Schritt gemacht“, sagte der Trainer: „Trotzdem möchte ich dieses Heimspiel zu Hause richtig seriös gewinnen.“ Das sei man schon den 75.000 Zuschauern im Stadion schuldig. „Man kann sich nie weniger erlauben“, betonte Kompany.

Blick auf mögliches Viertelfinale

Das programmierte Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City schiebt der Belgier in den Hintergrund. „Wir müssen erst selbst noch in die nächste Runde. Und was kommt, das kommt. Wir wissen, dass es nichts Einfaches wird“, sagte Kompany: „Wenn wir uns qualifizieren für das Viertelfinale, werden es schöne Spiele sein.“

Die Münchner zeigen sich trotz der personellen Herausforderungen im Torwartbereich zuversichtlich für das wichtige Champions-League-Rückspiel. Mit einem komfortablen Vorsprung aus dem Hinspiel und der möglichen Rückkehr von Jonas Urbig stehen die Zeichen auf Weiterkommen in die nächste Runde des europäischen Wettbewerbs.