Dramatische Wendungen in der 3. Fußball-Liga: Cottbus triumphiert, Hansa stürzt ab
Die 3. Fußball-Liga erlebte am Wochenende dramatische Spiele mit weitreichenden Konsequenzen für den Aufstiegskampf und den Abstiegskampf. Während Energie Cottbus mit einem überzeugenden Auswärtssieg neue Hoffnung schöpft, erlitt Hansa Rostock einen schweren Rückschlag und Erzgebirge Aue stürzte in eine tiefe Krise mit personellen Konsequenzen.
Energie Cottbus: Dominanter Auftritt beim TSV Havelse
Energie Cottbus meldet sich mit einem beeindruckenden 3:0-Auswärtssieg beim abstiegsbedrohten TSV Havelse zurück im Rennen um den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Nach drei sieglosen Spielen zeigte die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz einen extrem dominanten Auftritt, der eigentlich eine deutlich höhere Führung verdient hätte.
Axel Borgmann erzielte in der 20. Minute das erste Tor, gefolgt von Tolcay Cigerci nur drei Minuten später. In der zweiten Halbzeit legte Moritz Hannemann in der 57. Minute nach und besiegelte den klaren Sieg. Trotz mehrerer vergebener Großchancen durch Borgmann und Erik Engelhardt – auch aufgrund starker Paraden von Havelse-Keeper Norman Quindt – blieb das Ergebnis überzeugend.
Trainer Claus-Dieter Wollitz zeigte sich bei MagentaSport zufrieden: „Es ist unglaublich, dass das Endergebnis nur 0:3 ist. Ich wusste: Wenn die Mannschaft bei sich bleibt und sich nicht mit anderen Themen beschäftigt, findet sie wieder in die Spur.“ Der zweite Platz ist nun wieder greifbar für die Mannschaft aus der Lausitz, die in den kommenden Wochen richtungsweisende Duelle mit Spitzenreiter VfL Osnabrück und Mitkonkurrent Rot-Weiss Essen bestreiten muss.
FC Hansa Rostock: Heimniederlage gegen Viktoria Köln
Der FC Hansa Rostock erlitt im Aufstiegsrennen einen schweren Rückschlag mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Viktoria Köln. Nach einer zuvor fünfteiligen Serie ohne Niederlage machte die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann entscheidende Fehler, die zu den frühen Gegentreffern führten.
Leonhard Münst (29. Minute), David Otto (41.) und Yannick Tonye (54.) erzielten die Treffer für die Gäste aus Köln. Die späten Tore von David Hummel (81.) und Andreas Voglsammer (90.+4) kamen für die Hanseaten zu spät, um der Partie noch eine Wende zu geben.
Trainer Brinkmann zeigte sich enttäuscht: „Das Spiel darfst du niemals verlieren. Bei beiden Toren führen wir die Zweikämpfe, gewinnen sie aber nicht. Wir sind schon dran, müssen dann aber auch zupacken. Es ist superärgerlich, dass uns das nicht gelungen ist.“ Der Druck erhöht sich nun deutlich vor dem anstehenden Spitzenspiel in Verl.
Erzgebirge Aue: Heimdebakel und personelle Konsequenzen
Erzgebirge Aue erlebte ein katastrophales 3:5-Heimdebakel gegen die TSG Hoffenheim II, das unmittelbare personelle Konsequenzen nach sich zog. Nur 24 Stunden nach der Niederlage wurde der weiter sieglose Cheftrainer Christoph Dabrowski freigestellt.
Die sportliche Führung erlebte ebenfalls einen Umbruch: Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat, der erst am 1. Januar verpflichtet worden war und für die Verpflichtung des Trainers Anfang Februar die Verantwortung trug, legte sein Amt am Ostersonntag wegen unterschiedlicher Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung nieder.
Das Spiel selbst entwickelte sich zur Katastrophe für Aue: Deniz Zeitler (6. Minute), Luka Duric (11.) und Paul Hennrich (15.) erzielten innerhalb der ersten Viertelstunde drei Treffer für Hoffenheim. Als wäre das nicht Strafe genug, erhielt Jamilu Collins in der 19. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte. Einige Aue-Fans verließen bereits nach 15 Minuten das Stadion.
Marcel Bär erzielte zwar zwei Tore für Aue (40./56.) und Ricky Bornschein traf in der 85. Minute, doch die weiteren Treffer von Duric (29.) und Zeitler (51.) für Hoffenheim machten jede Hoffnung zunichte. Bär sprach nach dem Spiel Klartext: „Ich stehe hier gefühlt Woche für Woche und erzähle den gleichen Scheiß. Es ist peinlich, wenn die gegnerische Mannschaft Tore schießt und die eigenen Fans jubeln.“
Trainer Dabrowski zeigte sich nach der Niederlage sprachlos: „Mir fehlen die Worte. Die erste Viertelstunde hat mit einer Berechtigung, Drittligafußball zu spielen, nichts zu tun.“ Die Verantwortung für das Team übernehmen vorerst Nachwuchsleiter Khvicha Shubitidze und Enrico Kern, während die Kaderplanung fortan von neuem Chefscout Steffen Ziffert gemeinsam mit Sportvorstand Jens Haustein und Shubitidze koordiniert wird.



