Darmstadt wütet nach Niederlage: Schiedsrichter-Entscheidungen im Fokus
Darmstadt wütet nach Niederlage: Schiedsrichter im Fokus

Darmstadt wütet nach Niederlage: Schiedsrichter-Entscheidungen im Fokus

Der SV Darmstadt 98 zeigt sich nach der 1:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga zutiefst verärgert. Gleich mehrere umstrittene Entscheidungen von Schiedsrichter Lars Erbst stehen im Mittelpunkt der Kritik. Sowohl Trainer Florian Kohfeldt als auch Torhüter Marcel Schuhen äußerten sich nach dem Spiel mit deutlichen Worten.

Kohfeldt: "Schwer zu akzeptieren, was hier passiert ist"

Bereits in der siebten Spielminute sorgte die erste strittige Szene für Unmut auf Seiten der Lilien. Toptorjäger Isac Lidberg stand kurz vor einem freien Durchbruch, wurde jedoch von Thomas Keller zu Fall gebracht. Schiedsrichter Erbst entschied sich gegen eine Notbremse und zeigte nur Gelb. "Da ist wirklich keiner mehr, der eingreifen kann, plus es ist ein Halten und uns wird immer gesagt, ein Halten ist viel schlimmer, als wenn die Aktion zum Ball geht", erklärte ein sichtlich frustrierter Kohfeldt im Sky-Interview.

Kurz vor der Pause eskalierte die Situation dann vollends. Darmstadts Patric Pfeiffer rutschte aus und holte Ben Bobzien von den Beinen. Obwohl Hiroki Akiyama vermeintlich noch hätte eingreifen können, zeigte Erbst die Rote Karte - zum großen Unverständnis aller Darmstädter. "Wenn überhaupt, dann muss er es andersherum pfeifen", so Kohfeldt. "Der Ball geht nach außen weg, Akiyama hat den klar kürzeren Weg zum Tor. Wie kann man auf die Idee kommen, da eine Rote Karte zu geben?"

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schuhen mit scharfer Kritik: "Er hat in diesem Spiel nichts zu suchen"

Besonders Torhüter Marcel Schuhen ließ seinem Ärger freien Lauf. "Die Rote Karte, die wir bekommen haben, ist eine Frechheit", wütete der Kapitän. Er kritisierte nicht nur die Entscheidung selbst, sondern auch die Ansetzung des noch unerfahrenen Schiedsrichters Erbst, der erst seine 25. Partie in der 2. Bundesliga leitete.

"Wir brauchen in so einer Situation, in der wir uns im Aufstiegskampf befinden, Schiedsrichter, die solch eine Stimmung auch gewohnt sind", forderte Schuhen. Anschließend wurde er noch deutlicher: "Er hat in diesem Spiel nichts zu suchen. Es tut mir leid. Er hat hier, in dieser Kulisse, nichts zu suchen." Dass der Video-Assistent (VAR) sich die Situation nicht noch einmal angeschaut habe, bezeichnete er als "absoluten Wahnsinn".

Kohfeldt über Schuhens Ausbruch: "Das sollte zur Kenntnis genommen werden"

Trainer Kohfeldt betonte, einen solchen emotionalen Ausbruch bei seinem sonst besonnenen Torhüter noch nie erlebt zu haben. "Das sollte dann vielleicht mal zur Kenntnis genommen werden, wie weh so etwas tut und was das mit einem macht", so der Lilien-Trainer. "Marcel ist ein grundbesonnener Mensch und der würde so etwas nie komplett aus der Emotion heraus sagen."

Wenig Widerspruch aus Dresden

Auf Dresdner Seite gab es erstaunlich wenig Widerspruch zu den kritisierten Entscheidungen. Trainer Thomas Stamm räumte ein: "Es gab schon ein paar Entscheidungen heute, die eher auf unserer Seite waren, die vielleicht in den letzten Wochen mal nicht auf unserer Seite waren." Er fügte hinzu: "Ich habe zwei ähnliche Szenen gesehen, die eine wird mit Gelb bewertet, die andere mit Rot. Und dann ist, glaube ich, sehr vieles gesagt."

Weitere umstrittene Entscheidung nach der Pause

Nach der Pause sorgte eine weitere Entscheidung für Diskussionsstoff. Innerhalb weniger Sekunden foulte Dresdens Jakob Lemmer in der 53. Minute seinen Gegenspieler zweimal und sah eine blitzschnelle Gelb-Rote-Karte. TV-Experte Torsten Mattuschka vermutete hier eine Konzessionsentscheidung: "Beides ist in Summe für mich eine Gelbe Karte, aber das ist niemals Gelb-Rot. Ich habe sofort gesagt, das ist nur eine Konzessionsentscheidung."

Darmstadt verliert erstmals seit Oktober

Sportlich bedeutete die Niederlage für Darmstadt den ersten Heimpleitz seit Oktober in der 2. Bundesliga. Der Sprung an die Tabellenspitze wurde verpasst. Doch Kohfeldt zeigte sich kämpferisch: "Wir haben jetzt das erste Mal seit 13 Spielen verloren. Das hier wird ein Klebstoff sein für uns. Das kann ich allen sagen, die hoffen, dass wir an sowas zerbrechen."

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Die emotionalen Reaktionen nach dem Spiel zeigen deutlich, wie viel bei den Entscheidungen in der eng geführten 2. Bundesliga auf dem Spiel steht. Während Dresden wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelte, musste Darmstadt im Aufstiegsrennen einen Rückschlag hinnehmen - begleitet von heftiger Kritik an den Schiedsrichter-Entscheidungen.