Premier League Darts: Josh Rocks enttäuschendes Debüt und merkwürdige Auftritte
Josh Rock erlebt bisher ein Premier-League-Debüt, das er sich sicherlich anders vorgestellt hat. Nach fünf Spieltagen in der aktuellen Saison steht der nordirische Darts-Star noch immer ohne einen einzigen Sieg da. In allen seinen Partien war Rock bisher chancenlos und befindet sich mit null Punkten sowie einem Leg-Verhältnis von 12:30 am Tabellenende. Auf den Vorletzten Stephen Bunting hat er bereits fünf Punkte Rückstand, auf einen Playoff-Platz sogar neun Punkte.
Kritik nach euphorischem Jubel in Cardiff
Am fünften Spieltag in Cardiff zeigte sich beim 4:6 gegen Luke Littler zumindest eine kleine Verbesserung. Rock holte erstmals in dieser Saison mehr als zwei Legs. Als er mit einem 12-Darter auf 3:4 verkürzte, jubelte er euphorisch, zeigte drei Finger in Richtung seiner Box und strahlte über das gesamte Gesicht.
Diese Reaktion verstand SPORT1-Experte Robert Marijanovic nicht: „Er zeigt es an, drei Legs. Aber worüber der nachdenkt. Das darfst du doch nicht als Sportler. Unglaublich. Das ist unsere Aufgabe, das zu thematisieren, aber ihm muss das egal sein.“
Auch nach dem Match blieb Marijanovic irritiert: „Das Spiel war zwar keins zum Vergessen, aber es wirft wieder Fragen auf. Er freut sich, mehr als zwei Legs gewonnen zu haben. Er ist mit seinen Gedanken woanders, wenn er über solche Dinge nachdenkt.“ Der Experte analysierte weiter: „Er zeigt das an, zu seinem Management, zu seiner Familie. Das bedeutet, dass sie sich vorher darüber unterhalten haben.“
Höhen und Tiefen in einer schwierigen Saison
Dass Rock grundsätzlich auf der großen Premier-League-Bühne liefern kann, bewies er eine Woche zuvor in Belfast. Dort begeisterte er mit einem spektakulären 9-Darter bei der 2:6-Niederlage gegen Gian van Veen. Anschließend übermannten ihn die Gefühle, er hielt sich beide Hände vor die Augen und konnte sein Glück kaum fassen.
SPORT1-Kommentator Basti Schwele befand: „Auch wenn das Spiel nicht lief, das ist ein Moment fürs Leben. Der packt das emotional gar nicht. Der 9-Darter wird immer im Gedächtnis bleiben.“ Doch dieser emotionale Höhepunkt gab Rock keinen nachhaltigen Auftrieb. In Cardiff folgte gegen Littler die nächste Niederlage.
Skurrile Ausreden und mentale Probleme
Rocks Reaktion auf den Gewinn des dritten Legs gegen Littler zeigte deutlich, dass es in seinem Kopf zu arbeiten scheint. Es war nicht der erste merkwürdige Auftritt in dieser Saison. Schon nach dem zweiten Spieltag überraschte er mit einer skurrilen Ausrede für seine 2:6-Niederlage gegen Michael van Gerwen.
„Es muss einfach die Seife gewesen sein, die in Antwerpen auf der Toilette war. Die hat mir offensichtlich alle Öle aus den Fingern gezogen, sodass ich den Bogen überhaupt nicht mehr greifen konnte“, zitierte Sky Sports Rock vor dem dritten Spieltag. „Ich konnte einfach überhaupt nichts spüren. Deshalb haben wir jetzt einen Plan B: Ich werde von nun an Kreide und Wachs im Koffer haben“, betonte er.
Doch deutlich besser wurden seine Leistungen in den darauffolgenden Wochen nicht. Marijanovic erklärte dazu: „Ich kenne sein Mindset nicht, aber für mich ist es momentan nicht das richtige. Einer muss Letzter werden, das war uns alles vorher klar, aber bei ihm ist noch Luft nach oben. Er wird sich nochmal fangen, aber das dauert eine Weile. Die Premier League ist zu hart, die gibt dir auch keine Zeit.“
Ausblick auf die nächsten Herausforderungen
Für Josh Rock geht es bereits am Wochenende mit dem nächsten Major-Turnier weiter. Von Freitagmittag bis Sonntagabend finden die UK Open statt, die SPORT1 live im Free-TV und im Stream zeigt. Ob der 24-Jährige dort die mentale Wende schafft und seine Leistungen stabilisieren kann, bleibt abzuwarten. Seine bisherigen Auftritte in der Premier League haben jedenfalls mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben.



