Luis Díaz: Dreierpack gegen Hoffenheim bringt Bayern-Kollegen ins Schwärmen
Die Verpflichtung von Luis Díaz wurde von vielen Fans und Experten anfangs mit Skepsis betrachtet. Beim FC Bayern München ist der kolumbianische Linksaußen inzwischen jedoch längst unersetzlich geworden. "Was der abreißt, ist überragend", schwärmt Teamkollege Aleksandar Pavlović nach dem beeindruckenden Auftritt des 29-Jährigen.
Bayerns Matchwinner beim Kantersieg gegen Hoffenheim
Beim 5:1-Kantersieg gegen den Tabellendritten TSG Hoffenheim war Luis Díaz der entscheidende Mann. Der Kolumbianer erzielte drei Tore und holte zwei Elfmeter heraus, was ihm den Spielball des Abends einbrachte. Kein lupenreiner Hattrick, da er sein erstes Tor kurz vor der Pause und die beiden weiteren in der zweiten Halbzeit schoss, aber dennoch eine herausragende Leistung.
In der Kabine unterschrieben seine Mitspieler, darunter auch Toptorjäger Harry Kane, den Ball – eine ungewöhnliche Geste, die die Wertschätzung für Díaz unterstreicht. Der Brite hatte selbst zwei Elfmeter verwandelt, verpasste aber einen dritten Treffer nur knapp. So schöpfte diesmal Díaz den Ruhm ab und wollte über seinen ersten Dreierpack in der Bundesliga nicht reden, ließ stattdessen seine Taten sprechen.
Zahlen und Gesten sprechen Bände
Die Statistiken sind beeindruckend: Gegen die Top6 der Bundesliga haben die Bayern in dieser Saison in sieben Spielen sieben Siege eingefahren und dabei 30:4 Tore erzielt. Das 5:1 gegen Hoffenheim war ein erneutes Ausrufezeichen und eine klare Warnung an Verfolger Borussia Dortmund, der mit sechs Punkten Rückstand auf Rang zwei liegt. Am 28. Februar kommt es zum direkten Duell im Signal-Iduna-Park.
Nach dem Spiel zog Díaz die rote Kapuze seines FCB-Hoodies tief ins Gesicht, schlenderte an Reportern vorbei Richtung Ausgang der Allianz Arena und zeigte ein breites Grinsen sowie ein Victory-Zeichen. In der Hand hielt er stolz den Spielball – ein Symbol für seine überragende Leistung.
Lob von Teamkollegen und Verantwortlichen
Bayerns Sportvorstand Max Eberl bezeichnete Díaz als "den Schlüsselspieler, der den Unterschied gemacht hat". Mit nun 13 Saisontoren hat der Linksaußen seine Ausbeute aus der vergangenen Premier-League-Spielzeit beim FC Liverpool bereits eingestellt und steht hinter Kane auf Platz zwei der Torjägerliste. Doch nicht nur seine Abschlussstärke überzeugt.
Díaz gibt kaum Bälle verloren, ist im Zweikampf bissig und zäh. "Ein Typ, der will. Einer, der alles reinhaut, immer im Dienst der Mannschaft", so die Beschreibung aus dem Team. Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlović ergänzte: "Ein super Typ", bei dem Eberl "unglaublich viel Herz, Herzblut und Bereitschaft" sieht.
Vom skeptischen Transfer zum unverzichtbaren Star
Viele Fans und Experten hatten bei der Verpflichtung von Díaz Bedenken: Nach dreieinhalb Jahren Premier League auf höchstem Niveau könnte er ausgelaugt oder nicht anpassungsfähig an die Bundesliga sein. Zudem galt der Transfer mit bis zu 75 Millionen Euro Ablöse als teuer. Nur Lucas Hernández (80 Millionen von Atlético Madrid) und Harry Kane (knapp 100 Millionen an Tottenham) kosteten den FC Bayern mehr.
Doch Díaz, Spitzname "Lucho", akklimatisierte sich aufgrund seiner nahbaren Art und seines sonnigen Gemüts schnell in der Münchner Kabine. Im Gegensatz zu Sadio Mané, einem anderen Liverpool-Transfer, der nach einem unzufriedenstellenden Jahr den Verein verließ, sorgt Díaz auf dem Platz für Chaos – beim Gegner!
Trainer Kompany lobt die "Chaos-Kreativität"
Bayern-Trainer Vincent Kompany, früher selbst Innenverteidiger, sagte über seinen Schützling: "Ich weiß, wie es als Verteidiger ist, wenn solch ein Spieler auf dich zukommt. Lucho ist natürlich auch clever, aber er liebt das Chaos und das macht ihn so gefährlich." Bei Bayern schätzt man diese "Chaos-Kreativität" als besondere Würze im Spiel.
Beim kommenden Pokalspiel gegen RB Leipzig am Mittwoch wird der Gegner nach einem Gegenmittel suchen – doch angesichts der aktuellen Form von Díaz könnte dies zwecklos sein. Der Kolumbianer hat sich als wertvoller Bestandteil des Teams etabliert und bringt nicht nur Tore, sondern auch Leidenschaft und Einsatzbereitschaft in jede Partie.



