Dennis Seimen: Der Torwart, der Paderborns Aufstiegsträume beflügelt
Der SC Paderborn befindet sich mitten im spannenden Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga, und ein Name sticht dabei besonders hervor: Torwart Dennis Seimen. Der 20-jährige Keeper, der vom VfB Stuttgart ausgeliehen ist, hat mit seinen herausragenden Leistungen maßgeblich zum Erfolg der Ostwestfalen beigetragen. Im exklusiven Gespräch mit SPORT1 gewährt Seimen tiefe Einblicke in seine bisherige Spielzeit, die anstehende Rückkehr nach Stuttgart und seine Perspektiven bei der deutschen Nationalmannschaft.
Neue Heimat Paderborn: Vom Schwaben zum Ostwestfalen
Für den gebürtigen Schwaben war der Wechsel im Sommer vom VfB Stuttgart zum SC Paderborn zunächst eine große Herausforderung. „Am Anfang war es eine enorme Umstellung – neue Stadt, neuer Verein, neue Mannschaft“, gesteht Seimen. Doch die Unterstützung seiner Freundin und die herzliche Aufnahme im Team ließen ihn schnell heimisch werden. „Ich wurde super aufgenommen. Die Mannschaft hat mir direkt geholfen, mich zurechtzufinden“, erklärt der Torhüter, der die idyllische und familiäre Atmosphäre in Paderborn besonders schätzt.
Stammtorhüter mit 19: Eine steile Lernkurve
Bereits als 19-Jähriger erkämpfte sich Seimen den Stammplatz zwischen den Pfosten eines Zweitligisten – eine bemerkenswerte Entwicklung. „Es kam ein neuer Trainer, vieles war offen. Ich habe mich auf meine Leistung konzentriert“, beschreibt er seinen Durchbruch. In bisher allen 27 Ligaspielen stand er auf dem Feld, kassierte nur 31 Gegentore und hielt siebenmal zu null. Diese Erfahrungen sind für den jungen Keeper unbezahlbar: „Dass ich so viele Spiele machen durfte, ist sehr wertvoll für meine Entwicklung.“
Aufstiegskampf und persönliche Ziele
Sportlich läuft es für Paderborn ausgezeichnet: Das Team befindet sich auf dem Relegationsplatz, nur knapp hinter Spitzenreiter Schalke 04. Seimen betont den Teamgeist: „Wir haben uns das als Mannschaft erarbeitet. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen maximal erfolgreich sein.“ Persönlich strebt der Torwart natürlich die Bundesliga an, wobei er betont: „Ich will immer das Maximum erreichen – und am liebsten natürlich in der Bundesliga spielen.“
Die Zukunft: Rückkehr nach Stuttgart und DFB-Perspektiven
Im Sommer endet Seine Leihe, und grundsätzlich plant der Torwart die Rückkehr nach Stuttgart. „Ich bin für ein Jahr ausgeliehen, deshalb ist der Plan grundsätzlich die Rückkehr“, erklärt er, fügt aber hinzu: „Ich habe hier noch einen Job zu erledigen.“ Die enge Verbindung zu seinem Heimatverein bleibt bestehen: „Stuttgart ist mein Heimatverein, da bin ich nach wie vor sehr verbunden.“
Besonders interessant ist Seine Haltung zur deutschen Nationalmannschaft. Trotz rumänischer Wurzeln – Seine Mutter stammt aus Rumänien – bleibt Deutschland Seine klare Priorität: „Deutschland ist immer meine erste Wahl“, betont der U21-Nationalspieler. Die Konkurrenz innerhalb der als „goldene Generation“ bezeichneten U21-Auswahl sieht er gelassen: „Wir verstehen uns sehr gut. Wir pushen uns im Training und lernen voneinander.“
Vorbilder und Rituale
Sein großes Vorbild ist und bleibt Manuel Neuer: „Ich bin mit der Generation von Manuel Neuer aufgewachsen. Er hat das Torwartspiel komplett verändert – ich bin bis heute fasziniert von ihm.“ Die mögliche Karriereentwicklung Neuers könnte auch Seine eigene Laufbahn beeinflussen, doch Seimen bleibt pragmatisch: „Ich kann das ja nicht beeinflussen. Und meine Entscheidung ist das alles sowieso nicht.“
Wie viele Profis pflegt auch Seimen strikte Rituale: „Ich ziehe immer alles zuerst links an – Stutzen, Schuhe, Handschuhe.“ Warum das so ist, kann er selbst nicht genau erklären, aber die Routine gibt ihm Sicherheit.
Privatleben und Persönliches
Abseits des Platzes lebt Seimen mit seiner Freundin und einem sieben Monate alten Maltipoo in Paderborn. Die Arbeitsteilung im Haushalt funktioniert gut: „Wir teilen uns alles ganz gut auf – ich übernehme oft Staubsaugen und die Spülmaschine.“ Beim Kochen überlässt er das Feld seiner Freundin, deren Lasagne er besonders schätzt – fast so gut wie die seiner Schwiegermutter.
Die frühe Selbstständigkeit durch das Internat und den Profifußball hat Seimen schneller erwachsen werden lassen: „Definitiv. Man ist früher auf sich allein gestellt und muss viel selbst regeln.“ Doch diese Erfahrungen haben ihn geprägt und zu dem gemacht, was er heute ist: ein talentierter Torwart mit klaren Zielen und einer gefestigten Persönlichkeit.



