Nach Wembley-Tor in 3. Liga: DFB ermittelt gegen Aue-Trainer Christoph Dabrowski
DFB ermittelt gegen Aue-Trainer nach Wembley-Tor

DFB-Verfahren gegen Aue-Trainer nach umstrittenem Wembley-Tor

Der Ärger über das sogenannte Wembley-Tor und die anschließende 1:2-Niederlage bei Waldhof Mannheim hat für Christoph Dabrowski, den Trainer von Erzgebirge Aue, offenbar ein juristisches Nachspiel. Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren gegen den 47-jährigen Trainer eingeleitet, wie der Verband gegenüber Medien bestätigte.

Heftige Kritik am Schiedsrichter-Gespann

Nach dem Abpfiff am Samstag hatte sich Dabrowski vehement beim Schiedsrichter-Gespann um Timon Schulz beschwert. Im Mittelpunkt stand dabei der umstrittene Siegtreffer für Mannheim. Das Tor von Terrence Boyd hätte nach Ansicht vieler Experten nicht zählen dürfen, da der Ball von der Lattenunterkante nach unten sprang und die Torlinie nicht vollständig überquert hatte.

„Die TV-Bilder legen nahe, dass diese Entscheidung nicht korrekt war“, erklärte Schiedsrichter-Experte Alexander Feuerherdt, der die Abteilung Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH leitet. Der Ball klatschte von der Lattenunterkante auf die Torlinie, doch der Schiedsrichter-Assistent entschied auf Tor.

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Dabrowskis emotionale Reaktion

Im Interview mit MagentaSport sagte Dabrowski nach dem Spiel: „Ich bin maximal frustriert. Wenn ich mir das zweite Gegentor angucke: Das sehe ich von 80 Metern draußen an der Linie, dass der Ball niemals im Tor ist. Da fehlt mir jegliches Verständnis.“ Der Trainer legte sogar noch nach, indem er die Kompetenz des 29-jährigen Schiedsrichters Schulz infrage stellte: „Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er berechtigt ist, schon ein Drittligaspiel zu pfeifen.“

Diese Äußerungen nahm der DFB-Kontrollausschuss nun offenbar zum Anlass, ein Verfahren gegen Dabrowski einzuleiten. Nach einer schriftlichen Stellungnahme des Aue-Trainers wird der Kontrollausschuss über das weitere Vorgehen entscheiden. Experten rechnen mit einer Geldstrafe für den Trainer.

DFB lobt Schiedsrichter trotz Fehlentscheidung

Interessanterweise zeigte sich der DFB mit der Leistung von Schiedsrichter Timon Schulz trotz der umstrittenen Tor-Entscheidung grundsätzlich zufrieden. Feuerherdt erklärte: „Von der Tor-Entscheidung abgesehen, können wir dem Referee eine gute Leistung bescheinigen, insbesondere in den Bereichen Zweikampfbewertung, Disziplinarkontrolle und Persönlichkeit.“

Das Verfahren gegen Dabrowski unterstreicht die sensiblen Grenzen zwischen berechtigter Kritik und respektlosem Verhalten gegenüber Schiedsrichtern im Profifußball. Während Trainer natürlich das Recht haben, Fehlentscheidungen anzusprechen, müssen sie dabei stets die Würde der Unparteiischen wahren.

Für Erzgebirge Aue bedeutet die Niederlage in Mannheim einen Rückschlag im Kampf um wichtige Punkte in der 3. Liga. Die umstrittene Tor-Entscheidung und das nun folgende DFB-Verfahren gegen ihren Trainer sorgen für zusätzliche Unruhe im Verein.

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