Deutscher Fußball-Bund intensiviert Engagement gegen Rassismus
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erweitert sein Engagement im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung deutlich. In einer wegweisenden Initiative hat der Verband eine strategische Kooperation mit der Antirassismus-Organisation Roots vereinbart. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, diskriminierende Strukturen im deutschen Fußball systematisch sichtbar zu machen, kritisch zu hinterfragen und nachhaltig zu verändern.
Strukturelle Veränderungen als zentrales Ziel
DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte in einer ausführlichen Stellungnahme, dass Rassismus keineswegs ein Randphänomen darstelle. „Wir dürfen nicht nur reagieren, wenn Vorfälle sichtbar werden. Wir müssen Strukturen schaffen, die Diskriminierung verhindern, bevor sie überhaupt entsteht“, erklärte Neuendorf mit Nachdruck. Der DFB habe mit Roots einen „Partner an unserer Seite, der uns konstruktiv begleitet und uns dabei unterstützt, unseren Weg hin zu verbindlichen und wirksamen Präventionsstrukturen konsequent weiterzugehen“.
Besonders erfreut zeigte sich der DFB-Präsident darüber, dass der frühere Bundesliga-Profi und ehemalige Nationaltrainer Ghanas, Otto Addo, aktiv an dieser Zusammenarbeit beteiligt ist. „Seine Erfahrung und seine menschliche Art werden diese Kooperation spürbar bereichern“, sagte Neuendorf. Die beiden hatten sich bereits vor dem Länderspiel zwischen Deutschland und Ghana öffentlich präsentiert.
Gemeinsame Projekte und Sensibilisierungsmaßnahmen
Laut DFB-Angaben fehle in vielen Bereichen des Fußballs noch immer ein grundlegendes Problembewusstsein für strukturellen Rassismus. Genau hier setze die neue Kooperation an. Geplant sind umfangreiche gemeinsame Projekte, spezielle Workshops und gezielte Sensibilisierungsmaßnahmen innerhalb der Fußball-Community. Das erklärte Ziel besteht darin, Antirassismusarbeit langfristig und fest im deutschen Fußball zu verankern.
DFB-Vizepräsidentin für Vielfalt und Gleichstellung, Celia Sasic, unterstrich die Bedeutung dieser Initiative: „Antirassismusarbeit ist zentral für den Fußball von heute und morgen. Für einen Fußball, der für alle offen ist. Antirassismusarbeit ist kein Zusatz, sondern eine Kernaufgabe“.
Perspektiven aus dem Sport als Schlüssel zum Erfolg
Roots-Präsident Otto Addo hob hervor, wie wichtig die Perspektiven von Menschen aus dem Sport seien, die häufig eigene Rassismuserfahrungen mitbringen würden. „Genau diese Perspektiven sind entscheidend, wenn es darum geht, Strukturen wirklich zu verändern“, betonte der 50-jährige ehemalige Profi. „Unsere Vision ist ein Sport, in dem Vielfalt als selbstverständlicher und integraler Bestandteil Sportdeutschlands verstanden und gelebt wird, und zwar auf und neben dem Platz“.
Die Kooperation zwischen DFB und Roots markiert einen bedeutenden Schritt in der systematischen Bekämpfung von Diskriminierung im deutschen Fußball. Durch die Kombination von verbandlicher Struktur und externer Expertise soll eine nachhaltige Veränderung der Fußballkultur erreicht werden.



