Uvex in Fürth: Freiwilliges Programm statt Massenentlassungen bei Traditionsmarke
Uvex: Freiwilliges Programm statt Massenentlassungen

Uvex in Fürth: Freiwilliges Programm statt Massenentlassungen bei Traditionsmarke

Die Sorgen bei den Mitarbeitern des weltbekannten Sport- und Schutzbrillenherstellers Uvex in Fürth waren in den vergangenen Monaten deutlich spürbar. Seit dem Einstieg des US-Investors Warburg Pincus im Sommer 2025 kursierten in der Belegschaft Gerüchte über einen umfangreichen Stellenabbau bei dem Traditionsunternehmen, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert.

Transparente Kommunikation statt betriebsbedingter Kündigungen

Nun gibt das mittelständische Unternehmen mit rund 3.000 Mitarbeitern weltweit jedoch erste Entwarnung. Auf Anfrage teilte Uvex mit, dass die Geschäftsführung ihre Mitarbeiter der Holding über ein freiwilliges Programm informiert habe. „Es handelt sich ausdrücklich um ein freiwilliges Angebot“, betont das Unternehmen aus Franken. Das Programm laufe bereits seit zwei Wochen und sei im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung von Strukturen und Kosten entstanden.

Gemeinsam mit dem Betriebsrat habe Uvex ein Angebot mit attraktiven Abfindungspaketen geschnürt. Betriebsbedingte Kündigungen seien derzeit kein Thema, was in der Belegschaft zu spürbarer Erleichterung führe. Konkrete Zahlen zum Umfang des Personalabbaus oder zur aktuellen Personalstärke am Firmensitz in Fürth wollte die Geschäftsführung nicht preisgeben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

US-Investor hält nun die Mehrheit

Der US-Investor Warburg Pincus hatte im Juli 2025 angekündigt, im großen Stil in das fränkische Traditionsunternehmen investieren zu wollen. Inzwischen hält der Investor die Mehrheit an Uvex, während die bisherigen Eigentümerfamilien nur noch über eine „signifikante Minderheitsbeteiligung“ verfügen. Das Unternehmen stellt nicht nur Sportbrillen für Spitzenathleten wie Skirennläufer her, sondern auch Sonnenbrillen und umfangreiche Schutzausrüstung.

Wachstumskurs trotz struktureller Anpassungen

Trotz der strukturellen Überprüfungen sieht sich die Uvex-Gruppe weiter auf Wachstumskurs. Besondere Chancen biete nach Unternehmensangaben der Bereich Verteidigung. Zum Sortiment zählen dabei ballistische Schutzbrillen für die Bundeswehr, die klare Sicht trotz Rauch, Staub oder anderen Partikeln versprechen. Insgesamt stellt Uvex Schutzausrüstung von „Kopf bis Fuß“ her und ist damit in den Sparten Arbeitsschutz und militärische Ausrüstung gut aufgestellt.

Zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens bleiben viele Fragen offen. Die Gruppe macht inzwischen keine Angaben mehr zum Umsatz, betont aber weiterhin das Ziel, „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen“. Die regelmäßige Überprüfung von Kosten und Strukturen gehöre dabei zu den normalen unternehmerischen Prozessen eines international agierenden Mittelständlers.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration