DFB-Team erkämpft sich knappen Sieg gegen Ghana
Das deutsche Fußballnationalteam hat sich im Testspiel gegen Ghana einen knappen 2:1-Sieg erkämpft. Nach dem torreichen Duell gegen die Schweiz zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann diesmal mehr Stabilität in der Defensive, auch wenn der Sieg erst durch einen späten Treffer von Deniz Undav perfekt gemacht wurde. Die SPORT1-Einzelkritik offenbart dabei ein durchwachsenes Bild: Während einige Spieler überzeugen konnten, blieben andere deutlich unter ihren Möglichkeiten.
Defensive stabiler, Offensive mit Lichtblicken
Im Vergleich zum 3:3 gegen die Schweiz präsentierte sich die deutsche Abwehrreihe deutlich kompakter. Alexander Nübel hatte in der ersten Halbzeit kaum Arbeit und musste erst in der 64. Minute ernsthaft eingreifen. Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck bildeten lange Zeit eine solide Zentrale, auch wenn beim Gegentreffer die Konzentration nachließ. Nathaniel Brown zeigte auf der linken Abwehrseite mit seiner enormen Geschwindigkeit von 36 km/h Stärken in der Konterabsicherung, blieb nach vorne aber zu blass.
Offensiv konnten vor allem die Einwechselspieler punkten. Deniz Undav erzielte nicht nur den Siegtreffer, sondern überzeugte mit seiner Stürmerqualität. Lennart Karl sorgte nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit mit seinem mutigen und kreativen Spiel für positive Überraschungen und erhielt mit Note 2 eine der besten Bewertungen des Abends.
Gemischte Leistungen im Mittelfeld
Im Mittelfeld zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Pascal Groß glänzte als Aktivposten mit 95 Prozent Passquote, verpasste aber in der 51. Minute eine große Chance. Joshua Kimmich agierte deutlich sicherer als gegen die Schweiz, blieb aber ohne den entscheidenden Einfluss. Angelo Stiller, der überraschend zum zweiten Mal in der Startelf stand, konnte die Erwartungen nicht erfüllen und wurde nach einer Stunde ausgewechselt.
Florian Wirtz zeigte als kreativer Kopf des Teams schöne Ansätze, darunter einen Freistoß am Pfosten in der 6. Minute, konnte dem Spiel aber nicht durchgängig seinen Stempel aufdrücken. Serge Gnabry ging im Zehner-Raum etwas unter und hatte in der ersten Halbzeit nur 25 Ballkontakte.
Stürmer mit Chancen und Versäumnissen
Nick Woltemade vergab in der 4. Minute eine klare Torchance, zeigte nach der Pause aber bessere Ansätze und traf in der 53. Minute die Latte. Kai Havertz agierte fleißig auf dem rechten Flügel, blieb aber lange glücklos, bevor er kurz vor der Pause per Elfmeter traf.
Bei den weiteren Einwechslungen ragten David Raum mit einer routinierten Leistung und Leroy Sané mit frischem Schwung positiv heraus. Antonio Rüdiger übernahm nach seiner Einwechslung sofort wieder die Chefrolle in der Abwehr. Josha Vagnoman hingegen lieferte einen enttäuschenden Auftritt ab, dessen überhastetes Abwehrverhalten maßgeblich zum Gegentreffer beitrug – er erhielt mit Note 5 die schlechteste Bewertung des Abends.
Fazit: Schritt in die richtige Richtung
Insgesamt zeigt der knappe Sieg gegen Ghana, dass das DFB-Team auf dem Weg zur Weltmeisterschaft Fortschritte macht. Die defensive Stabilität hat sich verbessert, und mit Spielern wie Undav und Karl zeigen sich interessante Optionen für die Bank. Gleichzeitig offenbart die Einzelkritik aber auch, dass noch nicht alle Baustellen behoben sind und einige Spieler ihre Form erst finden müssen. Der Bundestrainer wird aus diesem Testspiel wertvolle Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung mitnehmen können.



