DFB-Verfahren gegen St. Pauli-Trainer Blessin nach Schiedsrichter-Kritik
Der Deutsche Fußball-Bund hat umgehend reagiert und ein Ermittlungsverfahren gegen Alexander Blessin eingeleitet. Der 52-jährige Trainer des FC St. Pauli hatte nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg den Schiedsrichter Florian Badstübner scharf kritisiert und damit für Aufsehen gesorgt.
Emotionale Aussagen im TV-Interview
In einem Interview mit dem Sender DAZN direkt nach dem Spiel sagte Blessin wörtlich: „Wir haben nicht gegen elf Mann gespielt, sondern gegen zwölf – und das war der Schiedsrichter.“ Diese deutliche Kritik an der Leistung des 35-jährigen Unparteiischen führte zur sofortigen Einleitung eines Verfahrens durch den DFB-Kontrollausschuss.
Blessin zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz bereits einsichtig und räumte ein: „Die Aussage, die ich bei DAZN getätigt habe, ist jetzt nicht unbedingt so clever. Es ist aus der Emotion, das muss man mir dann auch zugestehen.“ Der Trainer betonte die Bedeutung der Situation für seinen Verein: „Es geht hier echt um sehr viel.“
Gelbe Karte und Sperrgefahr
Während der Partie hatte Blessin bereits von Schiedsrichter Badstübner die Gelbe Karte erhalten. Es handelte sich dabei um die dritte Verwarnung für den Trainer in der laufenden Bundesliga-Saison. Eine weitere Gelbe Karte würde zu einer automatischen Sperre für eine Partie führen – eine Situation, die bereits in der vergangenen Spielzeit eingetreten war.
Für den FC St. Pauli wäre eine solche Sperre kein völlig neues Szenario. Bereits unter dem vorherigen Trainer Fabian Hürzeler war es in der Aufstiegssaison 2023/24 zu ähnlichen Situationen gekommen. Hürzeler war sowohl in der 2. Liga als auch im DFB-Pokal gesperrt worden. In allen Fällen übernahm Co-Trainer Peter Nemeth die Vertretung an der Seitenlinie.
Vorgeschichte mit ähnlichen Fällen
Interessanterweise hatte auch Fabian Hürzeler nach einer seiner Sperren den Schiedsrichter Sascha Stegemann kritisiert und dabei gesagt: „Der pfeift auch einen Blödsinn manchmal. Der pfeift einfach ins Blaue.“ Auch damals hatte der DFB-Kontrollausschuss sofort reagiert und ein Verfahren eingeleitet. Da Hürzeler bereits gesperrt war, ging es in diesem Fall um eine zusätzliche Geldstrafe.
Der DFB äußert sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren oder möglichen strafmildernden Umständen. Es bleibt daher abzuwarten, wie der Kontrollausschuss die späte Einsicht von Blessin bewerten wird und welche Konsequenzen aus den emotionalen Äußerungen folgen werden.
Die Situation zeigt einmal mehr die angespannte Atmosphäre im Saisonendspurt der Bundesliga, wo jeder Punkt über Aufstieg, Klassenerhalt oder internationale Plätze entscheiden kann. Für St. Pauli kommt die mögliche Sperre ihres Trainers zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.



