Nach Kölner Stadion-Eklat: DFB leitet Verfahren gegen Stadionsprecher Michael Trippel ein
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen den 1. FC Köln eingeleitet. Anlass sind die umstrittenen Äußerungen von Stadionsprecher Michael Trippel (71) während des Heimspiels gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende. Der Kontrollausschuss des DFB hat die Vereinsführung schriftlich zur Stellungnahme aufgefordert.
Emotionale Kommentare überschreiten Grenzen
Im Zentrum des Verfahrens stehen zwei Zwischenrufe von Trippel, die über die Stadionlautsprecher zu hören waren. Nach einer VAR-Entscheidung, die zur Roten Karte für Kölns Jahmai Simpson-Pusey (20) führte, rief der Stadionsprecher: „Pfui! Widerlich!“ Nach Spielschluss kommentierte er zudem ein mögliches Handspiel von BVB-Profi Yan Couto (23) mit den Worten: „In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an.“
Der DFB reagierte umgehend auf diese Vorfälle. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es: „Wir missbilligen die Äußerungen des Stadionsprechers des 1. FC Köln entschieden und halten sie für inakzeptabel.“ Die Behörde betonte, dass Stadionsprecher Entscheidungen der Schiedsrichter nicht öffentlich kritisieren dürften, unabhängig davon, ob diese richtig oder falsch seien.
Rechtliche Grundlagen und mögliche Konsequenzen
Das Verfahren basiert auf dem „Handbuch für Stadionsprecher und Platzansager“ des DFB. Artikel 43 dieses Regelwerks schreibt vor, dass Lautsprecherdurchsagen ausschließlich neutralen Inhalt haben müssen. Explizit verboten sind:
- Die Verbreitung politischer Botschaften
- Die Unterstützung der Heimmannschaft
- Jegliche Form von Diskriminierung der Gastmannschaft
Für den 1. FC Köln könnte das Verfahren ernste Folgen haben. Im schlimmsten Fall droht dem Verein sogar ein Ausschluss vom nächsten Derby gegen Borussia Mönchengladbach am 21. März. Der DFB macht deutlich, dass der Verein gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten aller Mitarbeiter und Funktionsträger verantwortlich ist.
Reaktionen des Vereins und Entschuldigung
Sportdirektor Thomas Kessler (40) hatte die Äußerungen Trippels bereits unmittelbar nach dem Spiel kritisiert: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten.“ Diese klare Distanzierung könnte sich strafmildernd auswirken.
Auch Michael Trippel selbst zeigte Reue. Der seit 1999 für den 1. FC Köln tätige Stadionsprecher entschuldigte sich öffentlich: „Die Aussagen waren schon sehr emotional von mir. Aber nach einer Nacht drüber schlafen sehe ich schon ein, dass man das sicher nicht zu oft machen sollte. Für die, die sich angegriffen fühlen, bei denen entschuldige ich mich.“
Der DFB-Kontrollausschuss wird nun die Stellungnahme des Vereins abwarten und anschließend über mögliche Sanktionen entscheiden. Das Verfahren unterstreicht die Bedeutung neutraler Stadionkommunikation im professionellen Fußball.



