Doppelpass-Experten verteidigen Adeyemis Jubel nach BVB-Sieg in Stuttgart
Doppelpass verteidigt Adeyemis Jubel nach BVB-Sieg

Doppelpass-Experten verteidigen Adeyemis umstrittenen Torjubel

Die hitzigen Szenen nach dem Treffer von Borussia Dortmunds Karim Adeyemi beim 2:0-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart beschäftigen weiterhin die Fußball-Öffentlichkeit. Im SPORT1 Doppelpass haben die Experten Stefan Effenberg und Markus Babbel nun klare Worte gefunden und den BVB-Star in Schutz genommen.

Effenberg: "Emotionen gehören zum Fußball dazu"

SPORT1-Experte Stefan Effenberg äußerte sich deutlich zu den Tumulten, die Adeyemis provokant wirkender Jubel vor der Stuttgarter Kurve ausgelöst hatte. "Es ist schon erlaubt. Die Stuttgart-Fans waren nur ziemlich sauer darüber, dass es in der Nachspielzeit war", analysierte Effenberg die emotionale Lage. "Weil sie wussten, dass sie damit das Spiel verloren haben. Ich glaube, das hat sie mehr angekotzt in dieser Situation."

Der ehemalige Nationalspieler relativierte die Vorfälle im Vergleich zu anderen Zwischenfällen: "Das sollten wir nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Dass Emotionen da sind, wussten wir aus dem Hinspiel. Ich finde, dass es Schlimmeres im Fußball gibt als das." Effenberg zog dabei einen deutlichen Vergleich: "Das ist eine Lappalie im Gegensatz zum dem, was im Spiel zwischen Dresden und Hertha passiert ist."

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Babbel mahnt zu mehr Gelassenheit

Auch der ehemalige VfB-Trainer Markus Babbel zeigte Verständnis für die emotionale Reaktion der Stuttgarter Fans, appellierte aber gleichzeitig an mehr Sportsgeist. "Wir müssen lernen, wieder mehr auszuhalten", forderte Babbel. "Ich habe große Sympathie dem VfB gegenüber, deswegen das 'wir'. Und trotzdem sage ich auch als VfB: Wir müssen das aushalten."

Babbel kritisierte dabei eine zunehmende Empfindlichkeit im modernen Fußball: "Und das kommt mir leider mittlerweile immer mehr und mehr zu kurz, dass wir immer dann sofort sagen: 'Unsere Ehre ist angegriffen, unser Stolz ist angegriffen.' Wir haben verloren. Mist, großer Mist. Und man kann ihn auch ausbuhen und auspfeifen, aber das geht mir dann ein Ticken zu weit."

Sein abschließendes Fazit fiel deutlich aus: "Das ist nicht das Bild, dass der VfB normalerweise abgibt. Das sind Bilder, die keinem Fan gefallen." Beide Experten betonten damit, dass emotionale Torjubel zum Fußball gehören, auch wenn sie für die gegnerischen Fans provokant wirken können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration