Traumtor reicht nicht: Union Berlin hält St. Pauli mit 1:1 auf Distanz im Abstiegskampf
Im spannenden Bundesliga-Duell hat der 1. FC Union Berlin den FC St. Pauli im Abstiegskampf erfolgreich auf Distanz gehalten. Vor 22.012 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei trennten sich der Hauptstadtclub und die Hamburger mit einem 1:1 (0:1). Bei sechs noch ausstehenden Spielen bleibt Unions komfortabler Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 damit bei sieben Punkten.
Volley-Knaller und kämpferische Reaktion
Die umkämpfte Partie begann mit einer beeindruckenden Einzelleistung. In der 25. Minute erzielte Mathias Pereira Lage mit einem wunderschönen Volley aus gut 20 Metern Entfernung die Führung für die Gäste. Der Ball erreichte dabei eine Geschwindigkeit von mehr als 117 Kilometern pro Stunde und landete unhaltbar im Netz. Nach dem Seitenwechsel glich Andrej Ilic in der 52. Minute für Union Berlin aus, als er eine Flanke von Derrick Köhn aus kurzer Distanz köpfte.
Die zweite Halbzeit entwickelte sich deutlich temporeicher als die erste. Beide Mannschaften wurden in ihren Aktionen zwingender und suchten nach der Entscheidung. Ein Schlenzer von Paulis Arkadiusz Pyrka ging knapp über das Tor, während Union Berlin durch Andras Schäfer eine gute Gelegenheit verpasste. In der Nachspielzeit sah St. Paulis Kapitän Jackson Irvine nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
Offensive Schwierigkeiten beider Teams
Die Partie spiegelte die offensive Schwäche beider Teams in dieser Saison wider. Bei Ballbesitz, Torschüssen und erzielten Treffern zählen Union Berlin und St. Pauli zu den Kellerkindern der Liga. Zwar übernahmen die Berliner früh die Spielkontrolle und kamen in der vierten Minute zu einer ersten guten Chance durch Danilho Doekhi, doch danach blieben gelungene Offensivaktionen beider Mannschaften in den ersten 20 Minuten aus.
Trainer Steffen Baumgart hatte sein Team im Vergleich zum enttäuschenden Auftritt in München (0:4) vor der Länderspielpause auf fünf Positionen verändert und unter anderem die gesamte Angriffsreihe ausgetauscht. Bei St. Pauli fehlten Tomoya Ando und Eric Smith in der Abwehr verletzungsbedingt, es begannen Karol Mets und Adam Dzwigala.
Ausblick auf die kommenden Spiele
Union Berlin kann in den kommenden Spielen gegen Schlusslicht Heidenheim und den Vorletzten Wolfsburg die letzten Zweifel am Bundesliga-Verbleib beseitigen. Für die seit vier Partien sieglosen Hamburger warten zwei anspruchsvolle Heimspiele gegen den FC Bayern und den direkten Konkurrenten aus Köln. Die Bundesliga-Saison geht damit für beide Teams in eine entscheidende Phase.
Die Ecken spielten in dieser Partie eine besondere Rolle. Während eine clevere Eckballvariante den Hamburgern eine frühe Gelegenheit brachte, aus der Mets aber zu wenig machte, war der Berliner Ausgleich ebenfalls Ergebnis einer Ecke. Für Ilic war es erst der zweite Saisontreffer in der Liga. Pauli-Keeper Nikola Vasilj, der sich unter der Woche in den WM-Playoffs mit Bosnien-Herzegowina gegen Italien durchgesetzt hatte, rettete seinen Gästen mit wichtigen Paraden den Punktgewinn.



