Köln zeigt Moral bei Wagners Debüt und holt Punkt in Frankfurt
Der 1. FC Köln hat beim Bundesliga-Debüt seines neuen Cheftrainers René Wagner einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg erkämpft. Im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt kamen die Rheinländer nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2 (0:0) und blieben damit im achten Spiel in Folge ungeschlagen, allerdings auch sieglos. Die Partie wurde in der Schlussphase von einem Rettungseinsatz auf der Tribüne überschattet, der für betretenes Schweigen im Stadion sorgte.
Frankfurter Doppelschlag und kölsche Reaktion
Nach einer torlosen ersten Halbzeit mit Chancen auf beiden Seiten brachten die Frankfurter Stürmer Jonathan Burkardt in der 66. Minute und Arnaud Kalimuendo nur drei Minuten später die Eintracht mit einem schnellen Doppelschlag in Führung. Doch die Kölner zeigten charakterliche Stärke und glichen die Partie durch Treffer von Jakub Kaminski (70.) und Alessio Castro-Montes (83.) aus. Diese wilde Phase mit drei Toren innerhalb von fünf Minuten begeisterte die Zuschauer, bevor der Rettungseinsatz die Stimmung dämpfte.
Frühe Topchance und taktische Duelle
Beinahe hätte der 37-jährige Wagner schon nach 36 Sekunden das erste Tor seiner Amtszeit bejubeln können. Bei einem Schuss von Kaminski konnte Frankfurts Torhüter Michael Zetterer den Ball nicht festhalten, doch Kölns Angreifer Ragnar Ache scheiterte am Keeper. Nach dieser frühen Gelegenheit kontrollierten die Hausherren die Partie mit viel Ballbesitz und suchten dabei häufig den schnellen Kalimuendo auf dem linken Flügel, der dem FC mit seiner Geschwindigkeit erhebliche Probleme bereitete.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit entwickelte sich ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten:
- Ansgar Knauff verfehlte für Frankfurt knapp den linken Pfosten (24.)
- Kölns Saïd El Mala scheiterte mit einem Abschluss knapp am Tor (26.)
- Kalimuendo scheiterte aus spitzem Winkel an Kölns Keeper Marvin Schwäbe (34.)
- Kaminski vergab nach Vorarbeit von El Mala eine klare Chance (41.)
Tabellensituation und Trainer-Debüts
In der Bundesliga-Tabelle liegen die Kölner nach dem 28. Spieltag unverändert auf dem 15. Rang und haben damit zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den der FC St. Pauli belegt. Die Eintracht Frankfurt bleibt Tabellensiebter und verpasste die Chance, auch das vierte Heimspiel unter dem spanischen Trainer Albert Riera zu gewinnen. Für René Wagner war es das erste Spiel nach der Trennung von Ex-Coach Lukas Kwasniok, und die Moral seiner Mannschaft in der Rückstandssituation lässt hoffen für die verbleibenden Saisonspiele.
Rettungseinsatz überschattet Schlussphase
Nach den drei schnellen Toren wurde das Spiel durch einen Rettungseinsatz auf der Tribüne unterbrochen. Beide Fanlager schwiegen respektvoll, während Sanitäter den Einsatz mit Planen abschirmten. Als die Helfer die Tribüne wieder verließen, schlug Castro-Montes zum verdienten Ausgleichstreffer zu. Diese menschliche Komponente erinnerte daran, dass Fußball mehr ist als nur Sport, und beide Vereine zeigten sich in dieser schwierigen Situation vorbildlich.



