VAR-Chef Jochen Drees lehnt Toleranzbereich beim Abseits entschieden ab
Der VAR-Chef und Leiter Innovation und Technologie der Schiri GmbH des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Jochen Drees, hat sich klar gegen die Einführung eines Toleranzbereichs bei Abseitsentscheidungen ausgesprochen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bezog der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Stellung zum umstrittenen englischen Modell.
Zweifel an der Regelkonformität des Premier-League-Ansatzes
In der englischen Premier League kommt aktuell eine Toleranz von fünf Zentimetern bei Abseitsentscheidungen zur Anwendung. Drees äußerte jedoch erhebliche Bedenken, ob dieses Vorgehen überhaupt mit dem internationalen Regelwerk des Fußballs vereinbar ist. "Ich habe zumindest noch keinen Passus gefunden, der das explizit erlauben würde", erklärte der VAR-Experte und fügte hinzu: "Ich muss ehrlich sagen, dass es mich überrascht, dass es so akzeptiert wird."
Der DFB-Funktionär betonte die Bedeutung weltweit einheitlicher Regelanwendungen: "Denn eigentlich hat die FIFA ein Interesse daran, dass die Regeln weltweit einheitlich angewendet werden." Diese Konsistenz sei für die Integrität des Sports von entscheidender Bedeutung.
Keine Kompromisse bei der Abseitsentscheidung
Drees begründete seine ablehnende Haltung gegenüber Toleranzbereichen mit der grundsätzlichen Natur der Abseitsregel: "Auch da kann ein Zentimeter über strafbar und nicht strafbar entscheiden. Deswegen bin ich kein Freund von Toleranzen bei Abseitsentscheidungen". Für ihn bleibe die präzise Anwendung der bestehenden Regeln der einzig richtige Weg.
Gleichzeitig positionierte sich Drees als Dienstleister für die Fußballligen: "Aber wenn die Vereine der Bundesliga ein Interesse daran hätten, einen Toleranzbereich einzuführen, könnten wir das sicherlich anfragen. Letztlich sehen wir uns als Dienstleister für die Ligen." Diese Aussage unterstreicht die beratende Rolle der Schiri GmbH, während die grundsätzliche Skepsis gegenüber dem englischen Modell deutlich bleibt.
Die Diskussion um Toleranzbereiche beim Abseits gewinnt international an Bedeutung, da unterschiedliche Herangehensweisen in verschiedenen Ligen zu Verwirrung bei Spielern, Trainern und Fans führen können. Drees' klare Position als VAR-Chef des DFB setzt hier ein wichtiges Zeichen für die Beibehaltung präziser Regelanwendungen im deutschen Fußball.



