Dynamo Dresden dominiert mit historischem Kantersieg
Was für eine beeindruckende Vorstellung! Dynamo Dresden hat im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga gegen Preußen Münster einen unvergesslichen Abend beschert. Mit einem klaren 6:0-Erfolg schrieben die Sachsen Geschichte und feierten den höchsten Sieg, den der Verein jemals in der zweithöchsten deutschen Spielklasse erreichen konnte. Der bisherige Rekord aus der Saison 2016/17, ein 5:0 gegen den VfB Stuttgart, wurde damit deutlich übertroffen.
Niklas Hauptmann als herausragender Akteur
In einer insgesamt starken Mannschaftsleistung ragte besonders Spielmacher Niklas Hauptmann heraus. Dem Mittelfeldstrategen gelang nicht nur erneut ein Doppelpack, nachdem er bereits in der Vorwoche in Karlsruhe zweimal getroffen hatte, sondern er steuerte auch noch zwei Torvorlagen bei. Trainer Thomas Stamm zeigte sich begeistert: „Niklas ist sehr sicher und ruhig am Ball. Das tut uns extrem gut, seine Ruhe ist fast noch wichtiger als die Tore.“
Typisch für den bescheidenen Profi blieb Hauptmanns Reaktion auf seine herausragende Leistung: „Wir hatten von Anfang an eine sehr gute Energie drin. Dann entsteht eine gewisse Dynamik, das kannst du nicht planen. Ich freue mich, dass ich einen Beitrag leisten konnte. Aber an einem Tor sind viele beteiligt. Es hat sich gut angefühlt, heute können wir das auch genießen. Aber erreicht haben wir noch nichts. Nur der Klassenerhalt zählt.“
Perfekte Taktik und spektakuläre Treffer
Der Auftritt gegen Münster ließ die Hoffnungen auf den Klassenerhalt deutlich steigen. Dynamo Dresden präsentierte sich als zweitbestes Team der Rückrunde hinter Hannover 96. Trainer Stamm analysierte: „Wir haben über 90 Minuten viel Kontrolle gehabt und sehr zielstrebig gespielt. Daraus nehmen wir viel Selbstvertrauen mit. Das Timing der Tore hat extrem gut gepasst.“
Zwei Doppelschläge ebneten den Weg zum überlegenen Sieg gegen die enttäuschenden Gäste aus Münster. Ben Bobzin sorgte vor der Pause für die frühe Führung (14., 18. Minute), Vincent Vermeij und Niklas Hauptmann setzten nach der Halbzeit die nächsten Akzente (57., 59. Minute). Besonders spektakulär war Hauptmanns Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0, als er nach einer 40-Meter-Flanke von Alex Rossipal den Ball aus der Distanz am herausstürzenden Münsteraner Torwart vorbei ins Netz brachte. „Ich glaube, das kriege ich nicht erklärt, dass der so gewollt war“, gab der Torschütze ehrlich zu.
Historischer Endstand und medizinischer Notfall
Den historischen Endstand besiegelte Jason Ceka vor 31.000 Zuschauern im erneut ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion mit einem Traumtor in den Winkel. Der Dreier im Kampf um den Klassenerhalt ist durch die sechs Tore und die massive Verbesserung des Torverhältnisses sogar vier Punkte wert. Während die Konkurrenz im Abstiegskampf mit deutlichen Minusbilanzen kämpft, konnte Dynamo Dresden sein Torverhältnis auf null verbessern.
Einziger Wermutstropfen des ansonsten perfekten Abends war ein medizinischer Notfall im K-Block kurz vor Spielende, der zur Einstellung der Fanunterstützung führte. Trainer Stamm zeigte sich erleichtert: „Da haben die Fans ein gutes Gespür für. Was ich gehört habe, geht es der Person besser, das ist das Wichtigste.“ Der betroffene Fan war ansprechbar und wurde aus dem Block getragen.



