Dynamo Dresdens Sportchef Sören Gonther: So denkt er über Trainer Stamm und die Zukunft
Dynamo Dresden: Sportchef Gonther über Trainer Stamm und Zukunft

Dynamo Dresdens Sportchef Sören Gonther gibt Einblicke in die Vereinsstrategie

Seit Dezember 2025 ist Sören Gonther (39) als Sportchef bei Dynamo Dresden tätig und hat bereits deutliche Spuren hinterlassen. Vom abgeschlagenen Hinrunden-Schlusslicht hat sich die Mannschaft unter seiner Regie zum zweitbesten Rückrunden-Team der 2. Liga entwickelt. Im Fußball-Podcast „Stammplatz“ gewährte der ehemalige Profi nun interessante Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Zukunftspläne des Vereins.

Überzeugung von Anfang an: Der aktuelle Höhenflug

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir mit den Veränderungen konkurrenzfähig sind. Diese Überzeugung hatte ich vom ersten Tag an, und jetzt erst recht“, betont Gonther. Unter seiner Leitung wurden insgesamt zehn Transfers realisiert. „Wann man über dem Strich steht, ist zweitrangig. Entscheidend ist die Platzierung nach dem 34. Spieltag. Aber je früher wir Punkte sammeln, desto besser“, fügt er hinzu.

Der enge Abstiegskampf und die Warnung vor Selbstzufriedenheit

„Wir haben jetzt Bergfest und bisher ordentlich gepunktet. Nochmal 16 Punkte aus den acht Spielen werden nicht nötig sein. Trotzdem kann noch alles passieren“, gibt Gonther zu bedenken. Er warnt ausdrücklich vor Selbstzufriedenheit: „Das Schlimmste wäre, sich zurückzulehnen und durchzuschnaufen. Das ist Käse. Am Ende zählt die Crunchtime, die letzten drei, vier Spiele. Da zittert das Füßchen vielleicht nochmal mehr. Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit St. Pauli.“

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Die Beziehung zu Trainer Thomas Stamm

„Ich habe mich mit Thomas Stamm schon seit seiner Zeit in Freiburg intensiv beschäftigt und Dynamo vor anderthalb Jahren zu seiner Verpflichtung gratuliert“, erzählt Gonther. „In der Hinrunde sah man deutlich, was der Trainer möchte und wofür er steht. Obwohl wir auf manchen Positionen schwächer besetzt waren, hat er eine Mannschaft geformt, die Spiele gewinnen und enge Partien liefern kann. Das zeigt sein Können.“

Ein langes Gespräch nach dem letzten Hinrundenspiel in Kiel war entscheidend, um Stamm, der auch in der Kritik stand, nicht in Frage zu stellen. Gonther erklärt: „Das hat mir den letzten Funken Überzeugung gegeben, dass wir im Fußballischen deckungsgleich sind. Da war klar, dass er meine hundertprozentige Unterstützung hat.“

Planungen für die kommende Saison: Doppelte Arbeit und Schatten-Kader

„Wenn man in den letzten Jahren zwischen 2. und 3. Liga gependelt ist, ist es nichts Überraschendes, dass man zweigleisig planen muss. Das ist doppelte Arbeit, gehört aber dazu“, so Gonther. „Man denkt in Szenarien und hat den berüchtigten Schatten-Kader. Trotzdem haben wir viele Spieler für beide Ligen unter Vertrag. Ein Fundament ist also vorhanden. Es mag schwieriger sein, Spieler zu verpflichten, die sich auch für die 3. Liga verpflichten sollen.“

Die Rolle der Leihspieler und die Wintertransfers

Gerade die Profis, die jetzt den Unterschied machen – wie Thomas Keller, Ben Bobzien, Robert Wagner, Jason Ceka und Julian Pauli – könnten im Sommer wieder weg sein. „Im Winter muss es oft schnell gehen. Da steht das kurzfristige Ziel im Vordergrund, nicht die Optionen danach“, erläutert Gonther. „Wir haben nicht immer die volle Kontrolle, das ist so. Aber die Spieler wissen, was sie an uns haben. Ich stehe im Austausch mit ihrem Umfeld. Wir werden auch für die nächste Saison versuchen, die bestmögliche Mannschaft zusammenzuholen.“

Der kommende Gegner und die Einstellung der Mannschaft

„Wir haben am Samstag in Paderborn ein sehr schweres Spiel und einen sehr guten Gegner. Aber so, wie wir in den letzten Wochen aufgetreten sind, können wir auch dort mehr als konkurrenzfähig sein. Das muss unser Anspruch sein“, betont Gonther.

Die Diskussion um Schiedsrichter und Video-Assistent

„Wir würden im Fußball immer diskutieren, egal ob mit oder ohne VAR. Das ist auch das Schöne daran“, meint Gonther. „Beide Seiten sind voneinander abhängig. Was uns in letzter Zeit fehlt, ist die Seriosität. Wir sollten alle wieder sachlicher bleiben. Dieses Poltern bringt nichts weiter. Kein Schiedsrichter macht etwas mit Absicht. Wir müssen die Schiedsrichter auf dem Platz und deren Entscheidungsfindung stärken.“

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