Kovac zeigt sich irritiert über Beiers Nichtnominierung für DFB-Länderspiele
Niko Kovac, der Cheftrainer von Borussia Dortmund, hat in deutlichen Worten sein fehlendes Verständnis für die Nichtberufung von Maximilian Beier in die deutsche Fußballnationalmannschaft bekundet. Nach dem Bundesliga-Erfolg seines Teams gegen den Hamburger SV mit einem 3:2-Sieg äußerte sich der BVB-Coach enttäuscht über die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Persönliche Präferenz gegen offizielle Entscheidung
„Ich persönlich hätte ihn mitgenommen, aber ich bin nicht der Bundestrainer“, erklärte Kovac unmissverständlich. Der Angreifer hatte erst am Samstagabend im Bundesligaspiel durch seine Leistung überzeugt und unter anderem zwei Elfmeter herausgeholt. Aus Sicht des Dortmunder Trainers gab es „viele, viele Gründe“, um Beier für die ersten Testspiele im WM-Jahr zu nominieren.
Kovac betonte nachdrücklich: „Sehr viel mehr Gründe als nicht“. Dennoch respektierte er die Autorität des Bundestrainers mit dem Zusatz: „Aber der Bundestrainer entscheidet.“ Die Leistung des siebenfachen Nationalspielers spreche für sich selbst, so der überzeugte BVB-Coach.
Nagelsmann setzt auf andere Optionen
DFB-Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtet in den anstehenden Länderspielen am 27. März in Basel gegen die Schweiz und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana bewusst auf Maximilian Beier. Der 23-jährige Angreifer war zuletzt im Oktober Teil des DFB-Aufgebots gewesen. Auch der Dortmunder Profi Karim Adeyemi fehlt im ersten Kader des WM-Jahres.
Nominiert wurden dagegen die BVB-Spieler Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton und Felix Nmecha. Nagelsmann betonte bei der Bekanntgabe des Kaders auf dem DFB-Campus: „Das ist heute noch keine WM-Nominierung“. Der Bundestrainer erklärte seine taktische Herangehensweise: „Einige Spieler können sich noch einmal zeigen, andere, die wir schon kennen, bleiben dafür zu Hause.“
Kovac bleibt optimistisch für WM-Chancen
Trotz der aktuellen Nichtberücksichtigung zeigt sich Niko Kovac weiterhin optimistisch bezüglich der WM-Chancen seines Schützlings. „Ich glaube daran, dass er zur WM fährt“, sagte der BVB-Trainer überzeugt. Er begründete seine Einschätzung mit den besonderen Qualitäten des Angreifers: „Denn so etwas brauchen wir bei einer WM.“
Nagelsmann beschrieb seine Auswahlstrategie als bewusste Mischung: „Wir wollen eine gute Mischung aus dem Kern, der die WM spielen wird, und frischen neuen Kräften.“ Diese Herangehensweise lässt Raum für spätere Nominierungen, gibt aber aktuell Spielern wie Beier keine unmittelbare Perspektive für die kommenden Testspiele.
Die Diskussion um die Nominierungspolitik des DFB zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich die Bewertungen von Spielerleistungen zwischen Vereinstrainern und Nationaltrainern ausfallen können. Während Kovac die unmittelbaren Leistungen in der Bundesliga betont, verfolgt Nagelsmann einen langfristigeren Ansatz mit Blick auf die Weltmeisterschaft.



