Dynamo Dresdens Auferstehung: Vermeij erklärt die Wende vor dem Hertha-Derby
Eigentlich kennt man sich bei einem Derby bestens aus. Doch wenn Hertha BSC Berlin am Samstagabend bei Dynamo Dresden aufläuft, erwartet die Hauptstädter eine völlig veränderte Mannschaft. Im Vergleich zur Hinrunde hat sich bei den Sachsen nahezu alles gewandelt.
Personelle Revolution bei den Dresdnern
Ein Blick auf die Aufstellung vom 0:2 im Hinspiel offenbart das Ausmaß der Veränderungen. Lediglich drei Spieler – Niklas Hauptmann, Kofi Amoako und Alexander Rossipal – dürften bei der Neuauflage noch zum Stammpersonal zählen. Vincent Vermeij, der 31-jährige Stürmer, kommentiert diese Entwicklung mit einer interessanten Perspektive.
„Wir spielen zwar besser, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sich krass viel geändert hat“, erklärt der Holländer. „Ich denke, dass einige von uns einfach reifer geworden sind und in der Hinrunde viel gelernt haben.“
Vermeijs persönliche Entwicklung
Der Angreifer selbst ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Im Hinspiel im Berliner Olympiastadion kam er wegen einer Gürtelrose erst zu seinem ersten längeren Einsatz. „Es waren auch manche verletzt“, erinnert sich Vermeij. Trotzdem sind die positiven Effekte unübersehbar – und gehen weit über personelle Veränderungen hinaus.
Der Routinier analysiert: „Von der Intensität her und von den Laufdaten ist es auch besser. Aber das kommt vom Erfolg, weil es dann mehr Spaß macht und man auch einen Tick mehr läuft. Das ist logisch.“
Aufladung in der Länderspielpause
Die Länderspielpause nutzte die Angriffskante zur Regeneration. „Wir waren in einem Familienhotel in Thüringen, hatten eine schöne Zeit mit den Kindern. Es hat mir richtig gutgetan“, erzählt Vermeij von den erholsamen Tagen.
Doch das Oster-Wochenende verbringt der Familienvater allein in Dresden. Seine Frau und die zwei Töchter reisen in die Niederlande. „Die Große hat jetzt Ferien, deswegen fährt die Familie nach Holland. Die Kinder werden dort normal Eier suchen. Da bin ich hier allein, werde vielleicht mit den Jungs etwas machen“, so der Stürmer.
Strategische Überlegungen zum Derby
Sportlich hofft Vermeij, Hertha BSC ein paar unangenehme Überraschungen zu bereiten. Die Berliner müssen im Kampf um die letzte Aufstiegschance unbedingt gewinnen, was sie zu risikoreichem Spiel zwingt. „Ich hoffe, es wird uns helfen, wenn wir einen Gegner haben, der auch nach vorn gehen will. Sie müssen ja zeigen, dass sie gewinnen wollen. Das müssen wir versuchen auszunutzen“, analysiert der erfahrene Angreifer.
Elektrische Atmosphäre erwartet
Die Stimmung im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion verspricht elektrisierend zu werden. „Volles Haus bei uns, das wird noch geiler als damals bei Hertha“, freut sich Vermeij. „Wir können auch bei ihnen für viele Probleme sorgen. Natürlich ist es eine Top-Mannschaft und ein Verein, der eigentlich aufsteigen muss. Da hat jeder Bock drauf und das wird schon was, glaube ich.“
Fokussierter Blick nach vorn
Der optimistische Blick und die offensive Grundhaltung beweisen: Bei Dynamo Dresden hat sich im Vergleich zum mauen Hinspiel fundamental etwas verändert. Vermeij bringt die Einstellung der Mannschaft auf den Punkt: „Wir haben nur noch die sieben Spiele im Kopf, die wir absolvieren müssen und das wollen wir erfolgreich machen.“
Eine bemerkenswerte Entwicklung für einen Verein, mit dessen Klassenerhalt zur Winterpause wohl die wenigsten gerechnet haben. Die Auferstehung der Dresdner scheint in vollem Gange zu sein – rechtzeitig zum entscheidenden Saisonfinale.



