Dzeko-Revolution beim FC Schalke: Die Gewinner und Verlierer der taktischen Neuausrichtung
In Gelsenkirchen dreht sich momentan alles um einen Mann: Edin Dzeko. Der 39-jährige bosnische Nationalstürmer, der in 146 Länderspielen 72 Tore erzielte, begeistert die Anhänger des FC Schalke 04 seit seinem Wechsel. In nur vier Einsätzen für seinen neuen Arbeitgeber konnte Dzeko bereits drei Tore und zwei Vorlagen verbuchen – eine beeindruckende Quote von einem Scorerpunkt alle 46 Minuten.
Der entscheidende Wendepunkt
Gegen Holstein Kiel gelang Schalke mit einem 2:1-Erfolg endlich der erste Sieg mit dem neuen Starstürmer. Cheftrainer Miron Muslic (43) reagierte auf Dzekos Qualitäten und stellte das taktische System um: Statt der zuvor favorisierten Dreier- oder Fünferkette setzt Schalke nun auf eine klassische Viererkette. Diese Anpassung hat klare Gewinner und Verlierer im Kader hervorgebracht.
Die eindeutigen Profiteure der Umstellung
Edin Dzeko selbst gehört zu den größten Gewinnern der taktischen Neuausrichtung. Nach enttäuschenden Monaten bei Florenz kann der erfahrene Stürmer auf Schalke endlich wieder seine Klasse unter Beweis stellen. Seine präzise Schusstechnik und überragende Ballbehandlung machen ihn zur gefährlichsten Waffe der Königsblauen. Die offensiven Trauerspiele der Vergangenheit scheinen mit Dzeko endgültig Geschichte.
Ebenfalls profitiert hat Adil Aouchiche (23). Der als Nulltarif-Transfer verpflichtete Mittelfeldspieler schlägt gefährliche Standards und integriert sich nahezu einwandfrei in die Mannschaft. Auch Moussa Ndiaye (23) kommt die Umstellung zugute: Der Linksverteidiger vertritt den verletzten Vitalie Becker (21) überzeugend und gibt Muslic damit eine echte Alternative auf dieser Position.
Die Verlierer der taktischen Veränderungen
Auf der anderen Seite müssen sich einige Spieler mit der neuen Situation arrangieren. Christian Gomis (25) saß gegen Kiel erstmals über die volle Spielzeit auf der Bank. Der senegalesische Mittelfeldspieler konnte in den bisherigen Einsätzen nicht überzeugen und muss sich nun hinten anstellen.
Gleiches gilt für Moussa Sylla (26). Nach einem geplatzten Wechsel in der Winterpause kam der Angreifer in den letzten beiden Spielen nur noch als Einwechselspieler zum Zug – zuvor war eine Startformation ohne Sylla kaum vorstellbar. Jetzt hat Muslic mit Dzeko und anderen Alternativen echte Konkurrenz geschaffen, die er konsequent nutzt.
Defensive Schwächen trotz offensiver Stärke
Die Umstellung auf Viererkette offenbart jedoch auch defensive Probleme. Rechtsverteidiger Timo Becker (28) wirkte in den letzten Spielen angeschlagen und wurde gegen Kiel ausgewechselt. Gegen Bochum (0:2) hatte er erhebliche Schwierigkeiten im Duell mit Gerrit Holtmann (30), und auch beim 2:2 gegen Dresden fiel der Anschlusstreffer über seine Seite.
Die größte Schwäche des Systems zeigt sich bei Nikola Katic (29). Dem bosnischen Innenverteidiger fehlt in der Viererkette häufig die nötige Geschwindigkeit, um gegnerische Angriffe effektiv zu stoppen. Generell leidet die defensive Stabilität, die in der Hinrunde noch ausschlaggebend für Schalkes Erfolge war.
Allerdings relativieren sich defensive Probleme, wenn die Offensive regelmäßig trifft. Mit Dzeko im Sturm schießt Schalke deutlich häufiger und effektiver – fallen zwei bis drei Tore pro Spiel, wiegen Gegentreffer deutlich weniger schwer als noch vor wenigen Monaten. Die Dzeko-Revolution ist in vollem Gange und verändert das Gesicht der Königsblauen nachhaltig.



