Max Eberl verteidigt Bayern Münchens scharfe Schiedsrichter-Kritik nach Leverkusen-Spiel
Eberl rechtfertigt Bayern-Kritik an Schiedsrichterentscheidungen

Eberl rechtfertigt Bayerns deutliche Schiedsrichter-Kritik

Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München, hat die heftige öffentliche Kritik des Rekordmeisters an den Schiedsrichterentscheidungen im Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen (1:1) ausführlich verteidigt. Vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo erklärte Eberl bei DAZN die Beweggründe für den ungewöhnlich scharfen Ton.

„Die Gelbe Karte war einfach falsch“

„Wir wollten damit klar zeigen, dass diese Gelbe Karte falsch war“, betonte Eberl mit Bezug auf die umstrittene Verwarnung für Stürmer Luis Díaz wegen einer vermeintlichen Schwalbe. Diese führte zu Gelb-Rot und damit zum Platzverweis des Kolumbianers. „Gegen Leverkusen wurden wir bereits benachteiligt, und nun fehlt uns im nächsten Spiel wieder ein Spieler – obwohl die Entscheidung eindeutig falsch war. Deshalb haben wir so reagiert“, führte der Bayern-Boss weiter aus.

Eberl unterstrich: „Wir fanden das Vorgehen schlichtweg nicht korrekt. In solchen Situationen gehört es dazu, dies auch deutlich zu kommunizieren.“ Der Sportvorstand bezog sich dabei auf die massive Kritik mehrerer Bayern-Verantwortlicher nach dem Spiel am vergangenen Samstag.

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Hoeneß sprach von „schlechteste Schiedsrichterleistung“

Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Team als „die schlechteste, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“ bezeichnet. Die strittigste Szene war tatsächlich die Gelb-Rote Karte gegen Díaz. Im Nachgang räumte Dingert selbst ein, dass seine Entscheidung wahrscheinlich falsch gewesen sei.

Der FC Bayern legte sogar formellen Einspruch gegen die daraus resultierende Sperre von Díaz ein, doch dieser wurde vom DFB zurückgewiesen. Diese Ablehnung verstärkte die Frustration im Münchner Lager zusätzlich.

Eberl: „Bei Bayern wird alles hochpotenziert“

Auf die Frage, ob nicht die ruhigen Kommentare von Trainer Vincent Kompany ausreichen würden, antwortete Eberl: „Wir haben mit Vincent einen exzellenten Kommunikator. Dennoch hat bei uns jeder das Recht, seine Meinung zu sagen. Journalisten tun das ebenfalls. Bei uns dürfen Menschen ebenfalls ihre Ansicht äußern – das ist völlig normal.“

Die Reaktionen aus der Bundesliga-Konkurrenz auf Bayerns scharfe Töne fielen kritisch aus. Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin, bezeichnete das Ausmaß der Schiedsrichter-Kritik als „nicht in Ordnung“.

Eberl konterte diese Vorwürfe mit deutlichen Worten: „Wenn Bayern etwas sagt – wofür wir manchmal gar nichts können – wird das sofort extrem hochpotenziert und in mehreren Zeitungen breit kommentiert.“ Der Sportvorstand fügte hinzu: „Andere Kollegen machen das genauso. Wie oft haben die schon gesagt: ‚Der VAR muss abgeschafft werden.‘ Das wird dann kurz erwähnt. Bei Bayern wird es drei Tage lang durchgekaut, weil sich jeder damit profilieren möchte.“

Die Diskussion um die Schiedsrichterleistungen und die angemessene Form der Kritik dürfte die Bundesliga auch in den kommenden Wochen weiter beschäftigen, besonders vor dem Hintergrund des eng umkämpften Titelrennens.

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