Eggestein: Vom St. Pauli-Abgang zum Titelrennen mit Austria Wien
Das Jahr 2026 begann für Johannes Eggestein kaum besser. Der ehemalige St. Pauli-Stürmer erzielte entscheidende Tore für seinen neuen Klub Austria Wien – einmal beim 2:0-Auswärtssieg gegen Spitzenreiter RB Salzburg und einmal im Wiener Derby gegen Rapid Wien. Mit diesen Leistungen mischt der 27-Jährige nun aktiv im österreichischen Meisterrennen mit, während sein früherer Verein St. Pauli in der deutschen Bundesliga gegen den Abstieg kämpft.
Der Wechsel nach Wien und die sportliche Wende
Im vergangenen Sommer trennten sich die Wege von St. Pauli und Johannes Eggestein. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, obwohl er menschlich als vorbildlich galt und in der Saison 2024/25 mit drei Toren und vier Vorlagen solide Werte vorlegte. Trainer Alexander Blessin setzte jedoch auf ein schnelleres Umschaltspiel, für das Eggestein mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30,8 km/h nicht die nötige Geschwindigkeit mitbrachte. In der beschaulicheren Admiral-Bundesliga Österreichs fand der Angreifer jedoch seine Bestform.
Seit seinem Wechsel zu Austria Wien entwickelte sich Eggestein zum Topscorer des Klubs. Mit sieben Toren und sieben Vorlagen in der laufenden Saison ist er nicht nur bester Torschütze, sondern auch maßgeblicher Treiber des Aufschwungs. Seit November verbuchte der Verein fünf Siege und ein Remis aus acht Partien und kletterte von Platz sieben auf Rang drei der Tabelle. Austria Wien liegt im Meisterschaftsrennen nur einen Punkt hinter RB Salzburg und dem Linzer ASK sowie einen Punkt vor Meister Sturm Graz.
„Harry Kane ist mein Vorbild“ – Eggesteins Spielphilosophie
Im Sky-Austria-Podcast „Der Audiobeweis“ erklärte Eggestein seine Spielweise: „Ich bin nicht der klassische Neuner. Mein Spielertyp ist auf der Position in der Bundesliga nicht mehr allzu viel zu finden.“ Stattdessen bevorzugt er die Rolle der hängenden Spitze, bei der er Bälle fordert und das Spiel nach vorne trägt. Als Vorbild nannte er dabei den englischen Nationalspieler Harry Kane: „Wie er das Spiel prägt und sich für die Mannschaft einbringt, das ist beispielhaft. Ich suche mir Spieler, von denen ich mir etwas abgucken kann, was heutzutage noch gut funktioniert und was ich in mein Spiel integrieren kann.“
St. Pauli kämpft um den Klassenerhalt
Während Eggestein in Wien um die Meisterschaft spielt, befindet sich St. Pauli in einer schwierigen Situation. Als Vorletzter der Bundesliga fehlt es dem Team aktuell an Spielern, die sich in der Offensive entscheidend einbringen können. Verletzungen von Andréas Hountondji, Matias Pereira Lage und Ricky-Jade Jones, dessen Saison vorzeitig beendet ist, schwächen die Angriffsabteilung zusätzlich. Neuzugang Taichi Hara aus Japan muss sich erst in der Liga einspielen.
Im anstehenden Nord-Duell gegen Werder Bremen am Sonntag um 17.30 Uhr wäre ein formstarker Eggestein für St. Pauli zweifellos eine wertvolle Verstärkung gewesen. Doch während der Ex-Stürmer in Österreich Titelträume nährt, kämpft sein früherer Klub um den Verbleib in der ersten Liga – eine verkehrte Welt, die die unterschiedlichen Entwicklungen der beiden Karrierewege deutlich macht.



