In Berlin knallen die Sektkorken! Die Eisbären sind zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister, es ist der fünfte Titel in sechs Jahren. Am Sonntag besiegen sie in der ausverkauften SAP-Arena vor 13.000 Fans die Mannheimer Adler mit 4:1. Der Pott steht wieder in Berlin. Und das völlig verdient.
Eine Dynastie wird geboren
Die Eisbären sind damit endgültig eine Dynastie. Unglaublich: Trainer Serge Aubin (51) hat noch nie eine Play-off-Serie mit den Eisbären verloren. Mit fünf Titeln zieht der Kanadier, der noch bis 2028 in Berlin Vertrag hat, mit dem legendären Don Jackson gleich. Dieser Titelgewinn ist angesichts vieler Verletzter während der Saison und auch in den Play-offs eine wahre Meister-Leistung. Von Rang sechs nach der Hauptrunde stürmen die Berliner zum Titel. Zuletzt gelang das 2003 den Krefeld Pinguinen.
Das entscheidende Spiel
Die Eisbären haben den zweiten Matchpuck im Finale zur deutschen Eishockey-Meisterschaft verwertet. Die Mannheimer Adler gaben vor heimischer Kulisse alles. Auf einem großen Spruchband der Fans stand in dicken Buchstaben: „Adler geben niemals auf.“ Ganz oben unter dem Arena-Dach sangen sich die etwa 600 mitgereisten Eisbären-Fans warm. Sie witterten die große Chance des 12. Titelgewinns ihres Lieblingsvereins. Es stand in der Serie (Modus Best of Seven) 3:1 für den Titelverteidiger aus der Hauptstadt. Noch ein Sieg und die Eisbären wären wieder Deutscher Meister. Noch nie hatte es in der DEL-Geschichte ein Klub geschafft, einen Serien-Rückstand von drei Niederlagen zu drehen.
Hochklassiges Finalspiel
Was für ein hochklassiges Finalspiel. Tempo, harte Zweikämpfe und Hochspannung bestimmten das Play-off-Finalspiel 5. Das erste Drittel brachte Chancen auf beiden Seiten. Im Berliner Tor war Jonas Stettmer (24) ein sicherer Rückhalt. 59,2 Sekunden vor der ersten Pause erarbeitete sich Freddy Tiffels (30) den Puck, passte zu Ty Ronning (28), der Adler-Torwart Johan Mattsson keine Chance ließ – 1:0 aus Berliner Sicht. Und es kam noch besser. Liam Kirk (26) schweißte aus spitzem Winkel das 2:0 ein (22.). Die Berliner Fans im Oberrang jubelten schon. „Schalalalala Eisbären Berlin“, sangen sie. Und: „Ohne Eisbären, wäre hier nichts los.“
Mannheim stemmte sich gegen das drohende Aus und hatte in dieser Phase die besseren Chancen. Aber entweder hielt Stettmer seinen Kasten sauber oder die Adler waren erneut nicht effizient genug. Berlin brachte das 2:0 in die zweite Pause. Erneut traf Ty Ronning nach überlegtem Zuspiel von Nationalspieler Tiffels – 3:0 (44.). Sein neunter Playoff-Treffer. Stettmer hielt einen Penalty von Luk Esposito (55.). Eric Mik (26) traf zum 4:0 (58.). Mannheims Marc Michaelis erzielte den Ehrentreffer (59.). Alles egal! Die Eisbären-Spieler hüpften und tanzten, stürmten nach der Schlusssirene auf das Eis. Endlich wieder Meister.



