Enny im Gespräch: Das Leben an der Seite eines Fußball-Profis
Während Hannover 96 um den Aufstieg in die 1. Liga kämpft, steht Mittelfeld-Profi Kolja Oudenne (24) im Fokus. Doch hinter dem Sportler steht eine Frau, die selbstbewusst ihren Weg geht: Freundin Enny (23). Im exklusiven Interview mit BILD spricht die medizinische Fachangestellte über Klischees, Herausforderungen und ihre ganz persönliche Perspektive auf das Leben mit einem Fußballer.
Vom stillen Kennenlernen zur gemeinsamen Zukunft
Die Geschichte von Kolja und Enny begann 2021 auf einer Homeparty in Berlin-Grunewald. „Wir haben kein einziges Wort miteinander geredet“, erinnert sich Enny. Erst über Umwege und Instagram-Nachrichten kam der Kontakt zustande, als Oudenne noch für Tasmania Berlin in der Regionalliga spielte. Heute lebt das Paar in Hannover, wo Enny einen 35-Stunden-Job in einer ambulanten Praxis und im Krankenhaus ausübt.
„Ich bin keine Spielerfrau“ – Ein Begriff unter der Lupe
Der Begriff „Spielerfrau“ stößt bei Enny auf klare Ablehnung. „Weil viele Leute damit assoziieren, dass man nicht arbeitet und nur auf Designer-Sachen achtet, während der Mann Millionen nach Hause bringt“, erklärt sie. Sie betont ihre Eigenständigkeit: „Ich bin keine 'Spielerfrau', weil ich mein eigenes Individuum bin. Ich richte mich nicht nur nach seinem Leben.“ Für sie ist wichtig, dass beide Partner zum Haushaltseinkommen beitragen und eigene Karrierewege verfolgen.
Die Vor- und Nachteile des Fußballer-Lebens
Was gefällt Enny am Leben mit einem Profi-Fußballer? „Alles ist immer sehr spontan“, sagt sie und betont ihre Vorliebe für Unvorhersehbarkeit, Umzüge und neue Bekanntschaften. Doch es gibt auch Schattenseiten: „Das Bild, das andere von einem haben. Dass sie denken, man sei abgehoben.“ Sie wehrt sich gegen das Klischee, dass Partnerinnen von Sportlern ein sorgenfreies Leben führen würden.
Mentaler Druck und Einsamkeit gehören ebenfalls zur Realität. „Du bist mit jemandem zusammen, der leicht Rückschläge erleben kann oder mental gefordert wird, wenn er verletzt wird“, beschreibt Enny die emotionalen Herausforderungen. Die vielen Abwesenheiten durch Trainingslager und Spiele waren anfangs besonders schwer: „Am Anfang sehr einsam, aber man wächst da zusammen rein.“
Unterstützung und gemeinsame Zukunft
Enny steht ihrem Freund bei jedem Spiel zur Seite – entweder im Stadion oder online bei Auswärtsspielen. Sollte Oudennes Karriere einen Wechsel ins Ausland erfordern, wäre sie bereit, mitzuziehen. „Ich würde auf jeden Fall überall mitziehen. Ich kann meinen Job immer, mein Leben lang, machen. Er aber nicht, und ich will, dass er seinen Traum lebt“, begründet sie diese Entscheidung.
Die Aufmerksamkeit, die ihr Freund von anderen Frauen erhält, sieht sie gelassen: „Boah. Ist doch ganz süß. Vor allem bei Kleineren finde ich es sehr, sehr süß. Es ist wie ein Kompliment für ihn – und für mich!“
Ein persönlicher Rat zum Abschluss
Zum Ende des Interviews hat Enny einen launigen, aber ernstgemeinten Tipp für Frauen, die sich auf einen Fußballer einlassen möchten: „Gib dem Regionalliga-Typ eine Chance.“ Ein Rat, der auf ihrer eigenen Erfahrung basiert – schließlich lernte sie Kolja Oudenne kennen, als dieser noch in der Regionalliga spielte.
Das Interview zeigt: Hinter jedem Profi-Sportler steht oft eine Partnerin, die ihren eigenen Weg geht, Klischees hinterfragt und die Herausforderungen des Sportlerlebens meistert. Enny verkörpert dieses moderne Bild einer gleichberechtigten Partnerschaft im Fußball-Milieu.



