Christian Eriksen im SPORT1-Interview: Ein Topstar im Bundesliga-Abstiegskampf
Christian Eriksen, der dänische Fußballstar, befindet sich in einer für ihn ungewohnten Situation: Erstmals in seiner langen und erfolgreichen Karriere steckt er mit dem VfL Wolfsburg mitten im Abstiegskampf der Bundesliga. Im exklusiven Interview mit SPORT1 blickt der 34-Jährige auf sein erstes halbes Jahr in Deutschland, analysiert die aktuelle Krise des Vereins und verrät, warum er dennoch optimistisch in die Zukunft schaut.
Ankunft in Wolfsburg: „Fühle mich sehr willkommen“
Seit knapp sechs Monaten ist Christian Eriksen nun beim VfL Wolfsburg aktiv. „Die Zeit ist sehr schnell vergangen“, erklärt der Mittelfeldspieler. „Man sagt, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass es einem gefällt.“ Obwohl die sportliche Situation angespannt ist, betont Eriksen seine positive Integration: „Ich fühle mich seit Tag eins im Verein und in der Stadt sehr willkommen.“
Der erfahrene Profi hat bereits bei renommierten Vereinen wie Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur, Inter Mailand und Manchester United gespielt. Auf die Frage nach den Unterschieden zu Wolfsburg antwortet er: „Der größte Unterschied ist sicherlich die Fanbase. Wolfsburg ist sehr mit der Region verbunden.“ Er hebt die enge Verbindung zwischen Verein, Volkswagen, Fans und Stadt hervor, die ihn besonders beeindruckt.
Die Bundesliga: Ein offener und intensiver Wettbewerb
Eriksen vergleicht die Bundesliga mit anderen Topligen: „Die Bundesliga ist ein offener Wettbewerb mit vielen Chancen auf beiden Seiten.“ Für ihn ist die deutsche Liga spannend aufgrund ihrer vielen Auf und Abs. „Die Intensität im Spiel ist gut, anders als in der englischen Premier League“, so der Däne. „In jeder Partie hast du deine Chancen, das macht Spaß.“
Mit 34 Jahren gehört Eriksen zu den erfahrensten Spielern im Wolfsburger Kader. Er sieht seine Rolle klar definiert: „Ich versuche auf und neben dem Platz Ruhe auszustrahlen.“ Sein Ziel ist es, den jüngeren Teamkollegen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und auf dem Feld mit gutem Beispiel voranzugehen.
Zusammenarbeit mit Maximilian Arnold und die aktuelle Krise
In den vergangenen Spielen bildete Eriksen gemeinsam mit Maximilian Arnold das zentrale Mittelfeld. „Es ist schön mit ihm auf dem Platz“, schwärmt der Neuzugang. „Ich habe schnell gemerkt, dass er durch seine lange Zeit hier der Mr. Wolfsburg ist.“ Die beiden Spieler ergänzen sich laut Eriksen hervorragend, trotz unterschiedlicher starker Füße.
Aktuell belegt der VfL Wolfsburg lediglich Rang 15 in der Bundesliga-Tabelle. Eriksen analysiert die Gründe für die schwache Platzierung: „Ich glaube, wir waren bislang nicht stabil genug.“ Er nennt unglückliche Entscheidungen, verschenkte Tore und Elfmeter als Hauptprobleme. „So machten wir uns selbst das Leben sehr schwer.“
Dennoch bleibt der Däne zuversichtlich: „Dennoch bin ich positiv gestimmt, dass wir das ändern können.“ Er verweist auf gute Leistungen gegen Top-Mannschaften wie Borussia Dortmund und RB Leipzig als Beweis für das Potenzial der Mannschaft.
Trainerwechsel und die Bedeutung des nächsten Spiels
Wegen der anhaltenden Krise gab es in Wolfsburg bereits einen Trainerwechsel. Daniel Bauer übernahm das Zepter. Eriksen bewertet die Arbeit des neuen Trainers positiv: „Er macht definitiv einen sehr guten Job.“ Der Trainerwechsel habe dem Team einen spürbaren Push gegeben, und die Spieler adaptierten zunehmend besser seine taktischen Ideen.
Am Samstag erwartet den VfL Wolfsburg ein entscheidendes Spiel gegen den direkten Konkurrenten FC Augsburg. Eriksen betont die Wichtigkeit dieser Partie: „Je länger die Saison dauert, desto wichtiger werden die Spiele für uns.“ Ein Sieg gegen Augsburg wäre ein großer Schritt im Kampf um den Klassenerhalt.
Der Abstiegskampf: Eine neue Herausforderung
Für Christian Eriksen ist der Abstiegskampf eine ungewohnte Situation. „Mit dem Alter weiß man damit umzugehen, aber natürlich spielt man lieber um die oberen Plätze oder auf der europäischen Bühne“, gesteht er. Trotzdem zeigt er sich optimistisch: „Wenn ich mich umschaue und sehe, welche Spieler hier sind, bin ich sicher, dass wir nach oben klettern werden.“
Sein Glaube an den Klassenerhalt basiert auf der Qualität der Mannschaft und der Überzeugung, dass die Fehler der Vergangenheit korrigiert werden können. „Wir müssen stabiler werden, Gegentore und Elfmeter vermeiden“, fordert Eriksen. Gleichzeitig müsse die Offensive ihre Chancen besser nutzen.
Ein Schlüsselspieler könnte dabei Mohammed Amoura sein. „Er macht Tore, entsprechend ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Mannschaft“, erklärt Eriksen. „Im Moment brauchen wir alle Tore, die wir bekommen können.“
Zukunftsperspektiven und Karrierebilanz
Christian Eriksens Vertrag beim VfL Wolfsburg läuft bis Sommer 2027. Auf die Frage nach seinen Plänen für die Zeit danach antwortet er bescheiden: „Nein, tatsächlich habe ich noch keine Pläne.“ Er genieße den Moment und freue sich auf jedes Spiel, das er noch bestreiten kann.
Rückblickend auf seine bereits beeindruckende Karriere zeigt sich Eriksen stolz: „Ich bin froh, dass die Karriere noch nicht vorbei ist.“ Er blickt gerne auf alle Spiele, Trophäen und Feierlichkeiten zurück, aber auch auf die schwierigen Momente wie Niederlagen in Finals. „Wenn meine Karriere irgendwann zu Ende ist, werde ich zurückschauen und sagen: ‘Hey, das hast du geschafft‘.“
Ein unerfüllter Wunsch bleibt jedoch: „Auf meiner Bucket-List steht sicher noch ein Lauf mit der dänischen Nationalmannschaft in einem großen Wettbewerb.“ Bisher schaffte es Dänemark mit Eriksen nie über das Viertelfinale hinaus.
Persönlichkeit: Bodenständig und entspannt
Im Interview wird deutlich, wie bodenständig Christian Eriksen geblieben ist. „Ich glaube, ich bin sehr bodenständig und nehme die Dinge, wie sie sind“, bestätigt er. Auf dem Platz fordere er viel von sich und seinen Mitspielern, außerhalb des Grüns sei er jedoch ein entspannter Typ, der stets das Beste aus jeder Situation machen möchte.
Mit dieser Einstellung geht Christian Eriksen nun in den Endspurt der Bundesliga-Saison. Der Topstar ist bereit, alles für den Klassenerhalt des VfL Wolfsburg zu geben und seine Erfahrung in den Dienst der Mannschaft zu stellen.



