Union Berlin: Marie-Louise Eta als Cheftrainerin gefeiert, doch Hasskommentare überschatten Beförderung
Eta als Cheftrainerin bei Union Berlin: Lob und Hass im Netz

Union Berlin: Marie-Louise Eta übernimmt als Cheftrainerin – Branche jubelt, Netz ätzt

Der 1. FC Union Berlin hat mit der Beförderung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin der Männer-Mannschaft ein historisches Zeichen gesetzt. Die 34-Jährige wird die Eisernen in den letzten fünf Saisonspielen betreuen und damit als erste Frau in dieser Position in der Bundesliga agieren. Während die Fußballbranche diese Entscheidung feiert, überschatten sexistische und abfällige Kommentare in den sozialen Medien die positive Entwicklung.

Club wehrt sich offensiv gegen Hass im Netz

Geschäftsführer Horst Heldt äußerte sich deutlich zu den verbalen Ausfällen: "Ich habe das mitbekommen, aber ich weigere mich auch, das tatsächlich zu lesen und mich damit zu identifizieren oder mir irgendeinen Mist nur vor Augen zu führen." In den Gesprächen mit Eta seien diese Hasskommentare kein Thema gewesen. Heldt betonte: "Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen in der heutigen Zeit, uns rechtfertigen müssen. Wir reden hier von einer hochkompetenten Führungspersönlichkeit." Der Club reagierte bereits direkt auf Social-Media-Posts, etwa mit der Antwort "Aber genau das bist du, ein Sexist" auf einen herablassenden Beitrag eines Nutzers.

Positive Resonanz aus der Fußballwelt

Aus der Branche selbst gab es viel Lob. Bundestrainer Christian Wück begrüßte die Beförderung: "Es ist auf jeden Fall ein positives Signal, was da gesendet wird." Er kennt Eta aus ihrer Zeit beim DFB und bei Union und wünscht ihr alles Gute für die restlichen Spiele. ZDF-Fußballkommentatorin Claudia Neumann sieht in Etas Aufstieg einen wichtigen Schritt für Frauen im männerdominierten Fußball: "Bis echte Gleichberechtigung erreicht ist, wird es noch Jahre dauern. Aber man muss erstmal die Schneisen schlagen, und daher finde ich es grandios, dass Marie-Louise Eta diesen Schritt geht." Neumann prognostiziert, dass Eta die Aufgabe erfolgreich meistern wird.

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Etas erster öffentlicher Auftritt steht bevor

Marie-Louise Eta war bei der Pressekonferenz des Clubs nicht anwesend. Sie wird erstmals am Donnerstag in der Vorbereitung auf ihre Premieren-Partie gegen den VfL Wolfsburg am Samstag öffentlich auftreten. Ab dieser Woche leitet sie das Training der Profis und steht damit im Fokus der Öffentlichkeit. Ihre Beförderung stößt eine weitere Entwicklung im deutschen Fußball an und zeigt, dass kompetente Frauen auch in traditionell männlichen Domänen erfolgreich sein können.

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