Fußball-WM 2026: EU-Beschwerde gegen FIFA wegen horrender Ticketpreise bis 4000 Dollar
EU-Beschwerde gegen FIFA wegen WM-Ticketpreisen bis 4000 Dollar

Fußball-WM 2026: EU-Beschwerde gegen FIFA wegen horrender Ticketpreise

Wer die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko live im Stadion erleben möchte, muss extrem tief in die Tasche greifen. Die europäische Verbraucherorganisation Euroconsumers und Football Supporters Europe haben nun bei der Europäischen Kommission offiziell Beschwerde gegen den Weltverband FIFA eingereicht. Der Vorwurf: Die FIFA missbrauche ihre Monopolstellung, um Fans überhöhte Preise und unfaire Bedingungen aufzuzwingen.

Monopolvorwürfe und exorbitante Preise

"Die FIFA hat ein vollständiges Monopol auf den Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft", erklärte Romane Armangau, Sprecherin von Euroconsumers. "Sie nutzt diese Marktmacht, um Preise zu verlangen, die in einem normalen Wettbewerbsmarkt nicht existieren würden." Besonders kritisiert werden die Ticketpreise für das Finale, die bei mindestens 4000 US-Dollar (etwa 3500 Euro) beginnen. Im Vergleich zur vorherigen WM in Katar seien die Preise deutlich gestiegen, was den Besuch der WM 2026 für die meisten Fans finanziell unerschwinglich mache.

EU-Prüfung und mögliche Konsequenzen

Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde. Diese werde nun nach den üblichen Verfahren geprüft. Falls dabei Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht festgestellt werden, kann die Kommission die FIFA auffordern, diese abzustellen und entsprechende Vorgaben machen. Eine zeitliche Vorgabe für die Prüfung gibt es jedoch nicht. Die Kritik richtet sich auch gegen den Zweitmarkt der WM 2026: Bereits gekaufte Tickets können zwar weitergegeben werden, doch die Preise steigen dort oft ins Uferlose. Die FIFA kassiert bei jeder Transaktion erneut 15 Prozent – aus einem angeblichen Service für Fans wird so ein lukratives Zusatzgeschäft.

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FIFA-Reaktion und Fan-Interesse

Die FIFA ist für eine Stellungnahme angefragt. Weltverbandspräsident Gianni Infantino hatte die hohen Preise zuvor verteidigt und darauf verwiesen, dass die daraus generierten Einnahmen dem Fußballsport zugutekämen. Nach anhaltender Kritik führte der Weltverband im Dezember 2025 ein Sonderkontingent von Eintrittskarten für 60 US-Dollar ein – allerdings nur in begrenzter Anzahl. Trotz der massiven Kritik an den Preisen ist das Interesse an WM-Tickets enorm: In der jüngsten Verkaufsphase gab es nach FIFA-Angaben mehr als eine halbe Milliarde Ticketanfragen.

Die Beschwerde bei der EU markiert einen wichtigen Schritt im Kampf für faire Ticketpreise im internationalen Fußball. Ob sie Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, doch sie unterstreicht den wachsenden Unmut unter Fans und Verbraucherschützern angesichts der kommerziellen Auswüchse im Profisport.

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