Sabotage im Stadion: Fan zieht VAR-Monitor den Stecker bei Zweitliga-Spiel
Fan sabotiert VAR-Monitor bei Preußen Münster gegen Hertha BSC

Ungewöhnliche Störung im Zweitliga-Fußball: Fan sabotiert Videobeweis-System

Im Samstagsspiel der Zweiten Bundesliga zwischen Preußen Münster und Hertha BSC kam es zu einer außergewöhnlichen Störung des Spielbetriebs. Während Schiedsrichter Felix Bickel eine strittige Strafraumszene mithilfe des Videobeweises überprüfen wollte, blickte er an der Seitenlinie auf einen komplett schwarzen Bildschirm. Die Ursache: Ein vermummter Zuschauer hatte eigenmächtig den Stecker des VAR-Monitors gezogen und damit das offizielle Überprüfungsverfahren sabotiert.

Dramatische Minuten an der Seitenlinie

Kurz vor der Halbzeitpause war es zu einem Foul von Münsters Niko Koulis an Berlins Michaël Cuisance im Strafraum gekommen. Schiedsrichter Bickel wurde daraufhin von der Videoassistentin Katrin Rafalski zur Überprüfung an die Seitenlinie gebeten. Doch statt der erwarteten Videobilder zeigte der Monitor nur eine schwarze Fläche. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll ein Fan über den Zaun gesprungen sein und gezielt ein Kabel aus dem Gerät gerissen haben.

Bickel wartete etwa eine Minute darauf, dass das System wieder funktionieren würde, musste die Entscheidung aber letztlich der Videoassistentin im Kölner Keller überlassen. Über die Stadionlautsprecher erklärte der Schiedsrichter anschließend: "Wir haben ein mögliches Foulspiel im Strafraum überprüft. Meine Kollegin Katrin Rafalski hat festgestellt, dass der 24er von Münster Cuisance klar am Schienbein trifft. Deswegen lautet meine finale Entscheidung: Strafstoß."

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Spruchband in der Kurve und sportliche Konsequenzen

Wenig später tauchte in der Preußen-Kurve ein bezeichnendes Spruchband auf, das den Satz "Dem VAR den Stecker ziehen" zeigte. Formal ist das sogenannte On-Field-Review, bei dem der Schiedsrichter die Szene selbst am Monitor überprüft, nicht verpflichtend. In diesem außergewöhnlichen Fall traf Bickel seine Entscheidung ausschließlich auf Basis der Informationen aus dem Videoassistentenraum.

Den fälligen Elfmeter verwandelte Hertha-Kapitän Fabian Reese zur 1:0-Führung in der vierten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel glich Jannis Heuer für Münster in der 46. Minute aus, ehe Marten Winkler den Siegtreffer für Berlin in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte. Mit diesem 2:1-Erfolg hat Hertha BSC seine minimalen Aufstiegschancen gewahrt und liegt neun Spieltage vor Saisonende mit acht Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge.

Offizielle Bestätigung und Konsequenzen

Die DFB-Schiri GmbH bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SID die Behinderung des Videobeweiseinsatzes. Zuvor hatten bereits der Sender Sky und die "Bild"-Zeitung über den Vorfall berichtet. Der ungewöhnliche Sabotageakt wirft Fragen zur Sicherheit der technischen Einrichtungen in deutschen Fußballstadien auf und dürfte in den kommenden Tagen für weitere Diskussionen sorgen.

Der Vorfall zeigt einmal mehr die emotionalen Reaktionen, die der Videobeweis bei Fans auslösen kann. Während die einen die Technologie als notwendige Unterstützung für Schiedsrichterentscheidungen sehen, lehnen andere sie als Störfaktor des Fußballspiels ab. Die konkreten Konsequenzen für den beteiligten Fan und mögliche Sicherheitsmaßnahmen gegen solche Eingriffe bleiben vorerst offen.

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