Warum der FC Arsenal trotz Erfolg in der Premier League auf massive Kritik stößt
Der FC Arsenal steht aktuell an der Spitze der englischen Premier League, doch aus vielen Richtungen hagelt es heftige Kritik an der Spielweise der Mannschaft. Was als effektive Taktik begann, wird mittlerweile von Gegnern und Beobachtern als umstrittene Methode betrachtet, die den Fußball verändert.
Die umstrittene Eckball-Strategie des FC Arsenal
„Die hässlichste Mannschaft der Premier League“ oder der „FC Eckball“ – diese Bezeichnungen werden dem FC Arsenal auf dem Weg zur möglichen Meisterschaft entgegengeworfen. Besonders die Eckball-Strategie der Gunners sorgt für Diskussionen. In der 66. Minute des Londoner Derbys gegen den FC Chelsea demonstrierte Arsenal erneut seine effektive Standard-Situation: Nach einem von Declan Rice geschlagenen Eckball verwandelte Jurrien Timber per Kopf zum 2:1-Siegtreffer.
Dieses Tor war bereits der 22. Treffer nach einem Eckball in dieser Saison und erhöhte den Anteil der Arsenal-Tore nach Ecken auf über 37 Prozent aller in dieser Spielzeit erzielten Treffer. Die Zahlen sind beeindruckend: Mit 138 Toren nach Eckbällen wurde der Wert der vergangenen Saison (135 Tore) bereits übertroffen.
Kritik aus England und Europa
Die Erfolgsmethode stößt jedoch auf breite Ablehnung. Jeff Powell von der Daily Mail kommentierte polemisch: „Das ist die deprimierende Wahrheit: Die Premier League wird von der hässlichsten Mannschaft des Landes gewonnen.“ Er wirft Trainer Mikel Arteta vor, eine „grausame Strategie“ entwickelt zu haben, bei der Gegner im Strafraum „geschlagen, gestoßen, getreten und schikaniert“ werden.
Auch andere Trainer äußerten sich kritisch. Liverpool-Trainer Arne Slot bemerkte: „In der Eredivisie sehe ich, dass Tore aberkannt und Fouls an Torhütern gepfiffen werden. Hier allerdings kannst du dem Torwart fast ins Gesicht schlagen.“ BVB-Keeper Gregor Kobel ergänzte: „Ich finde, die Blocks, die man im Moment stellen kann, sind aus Torwartsicht krass. Das juckt natürlich niemand, weil die Torwart-Community klein ist, aber das ist brutal.“
Das Geheimnis hinter dem Erfolg
Hinter der umstrittenen Taktik steht ein Mann: Nicolas Jover. Der 44-jährige Franzose, der in Berlin geboren wurde, ist seit der Saison 2021/22 Standardtrainer bei Arsenal und verantwortlich für die erfolgreichen ruhenden Bälle. Das Portal Arsenalinsider berichtet, dass die Verantwortlichen Jover mit einem Interviewverbot belegt haben, um ihre Geheimwaffe vor der Öffentlichkeit zu schützen.
Trainer Mikel Arteta zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt. Im Gegenteil: Er äußerte sogar „Verärgerung, dass Arsenal nicht mehr Tore aus Standardsituationen erzielt habe“. Der Spanier betonte: „Wir wollen in jeder Hinsicht das beste und dominierende Team sein. Das ist das Ziel dieses Teams. Das Spiel entwickelt sich weiter und wird immer schwieriger.“
Zeit als taktisches Element
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Zeit, die Arsenal für die Ausführung von Eckbällen benötigt. Fabian Hürzeler, Trainer von Brighton & Hove Albion, polterte nach einem Spiel: „Es gibt keine klaren Regeln mehr – wie viel Zeit man für eine Ecke aufwenden darf. Wenn Arsenal einen Eckball hat und in Führung liegt, brauchen sie manchmal über eine Minute, um einen Eckball auszuführen.“
Statistiken von Opta bestätigen diesen Eindruck: Die Gunners benötigen pro Partie durchschnittlich vier Minuten und 18 Sekunden für die Ausführung von Eckbällen. Über die gesamte Saison summiert sich die Wartezeit der Konkurrenz auf über zwei Stunden. Aus dem berühmten Kommentar „Corner taken quickly“ ist bei Arsenal mittlerweile eher „Corner taken slowly – the Gunners score again“ geworden.
Vom Spottnamen zum Markenzeichen
In Nordlondon wird die verlängerte Vorbereitungszeit jedoch nicht als Zeitverschwendung betrachtet. Für Arteta und sein Team ist sie Teil einer minutiös einstudierten Dramaturgie. Was zunächst als Spottname „FC Eckball“ begann, hat sich mittlerweile zu einem Markenzeichen entwickelt, das trotz aller Kritik erfolgreich ist.
Die Diskussion um Arsenals Spielweise zeigt, wie sich der Fußball weiterentwickelt und welche ethischen Grenzen dabei ausgelotet werden. Während Kritiker von „hässlichem Fußball“ sprechen, sehen die Verantwortlichen bei Arsenal eine innovative und effektive Strategie, die zum Erfolg führt. Die Frage bleibt: Ist Arsenals Methode ein cleverer taktischer Vorteil oder eine Bedrohung für den Geist des Spiels?



