Der FC Bayern München hat erneut seine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Beim Auswärtsspiel in Mainz feierte der Branchenprimus einen fulminanten 4:3-Comeback-Sieg, der einmal mehr die besondere Mentalität der Mannschaft unterstrich. Trotz einer bereits gesicherten Meisterschaft und einer desaströsen ersten Halbzeit rappelten sich die Münchner auf und drehten die Partie auf beeindruckende Weise.
Kabinenansprache mit Wirkung
Ausschlaggebend für die Wende war eine deutliche Kabinenansprache von Trainer Vincent Kompany nach der ersten Halbzeit, die er selbst als die „vielleicht schlechteste der Saison“ bezeichnete. Leon Goretzka und Torhüter Jonas Urbig bestätigten, dass der Belgier deutliche Worte fand. „Ich werde nicht sagen, was der Trainer gesagt hat, aber man kann sich vorstellen, dass er natürlich nicht besonders zufrieden war“, erklärte Goretzka bei DAZN. Urbig ergänzte: „Der Trainer war zu Recht sauer.“ Kompany selbst scherzte später bei Sky: „Es war viel Lob dabei.“
Kompany: „Wahnsinn, Wahnsinn“
Nach dem Spiel geriet Kompany ins Schwärmen: „Wahnsinn, Wahnsinn. Es war die schlechteste Halbzeit seit Jahren. Es hätte 0:4 oder 0:5 für Mainz stehen können, und dann kam einer unserer besten Momente.“ Er lobte den unbändigen Hunger seiner Mannschaft: „Die Mannschaft ist so hungrig. Wir haben heute gejubelt und gekämpft, als ob es um ein Relegationsspiel ginge. Wir haben schon viel erreicht, und trotzdem ist diese Energie da.“
Rekordjagd und Vorfreude auf Paris
Das 4:3 in Mainz war bereits das achte Bundesligaspiel der Saison, das die Münchner nach einem Rückstand gewannen. Damit egalisierten sie den Rekord von Bayer Leverkusen aus der Saison 1999/00. Jamal Musiala betonte die Bedeutung dieser Siegermentalität für die kommenden Aufgaben, insbesondere das Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain am Dienstag: „Wir könnten auch locker 0:3 verlieren, aber dass wir den Hunger haben, das Spiel noch zu drehen, und das auch zu feiern wie eine Meisterschaft, gibt ein sehr gutes Gefühl für die kommenden Wochen.“
Anerkennung vom Gegner
Selbst die Mainzer Spieler zeigten sich beeindruckt. Nadiem Amiri sagte bei Sky: „Die Qualität, die da kommt, kannst du nicht verteidigen. Das ist das beste Beispiel, warum das die beste Mannschaft der Welt ist.“ Dominik Kohr, der das 1:0 erzielt hatte, analysierte nüchtern: „Die haben uns in der zweiten Halbzeit mit ihrer Qualität komplett auseinandergenommen.“
Mit diesem Rückenwind reisen die Bayern nun nach Paris. Musiala blickte optimistisch voraus: „Jetzt mit so einem Gefühl reinzugehen, tut uns schon gut.“ Die Frage, wer diese Mannschaft aufhalten kann, scheint berechtigter denn je.



