FC Bayern: Uli Hoeneß tobt nach Leverkusen-Debakel - Schiri-Drama im Detail
FC Bayern: Hoeneß tobt nach Schiri-Drama in Leverkusen

FC Bayern: Uli Hoeneß tobt nach Leverkusen-Debakel - Schiri-Drama im Detail

Nach dem turbulenten 1:1-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen entlädt sich beim FC Bayern München massive Kritik an Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Team. Trainer Vincent Kompany wählte ungewöhnlich deutliche Worte, während Ehrenpräsident Uli Hoeneß in gewohnter Manier polterte und von der „schlechtesten Leistung eines Schiedsrichter-Teams“ sprach, die er je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe. Doch waren die Entscheidungen wirklich so falsch? Eine detaillierte Analyse der umstrittenen Szenen.

Vier aberkannte Tore und zwei Platzverweise

Das Spiel in Leverkusen entwickelte sich zu einem wahren Schiedsrichter-Marathon mit zahlreichen VAR-Eingriffen und kontroversen Entscheidungen, die auf beiden Seiten für Unmut sorgten.

Das Tah-Tor gegen den Ex-Verein

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In der 26. Minute schien Jonathan Tah gegen seinen früheren Klub das 1:0 zu erzielen. Nach einem Freistoß von Joshua Kimmich verlängerte Ernest Poku unfreiwillig per Kopf, der Ball prallte an Tahs angelegten rechten Arm und von dessen Fuß ins Netz. Nach VAR-Eingriff wurde der Treffer aberkannt. Tah selbst räumte bei Sky ein: „Es trifft mich auf jeden Fall am Ellenbogen. Am Ende sieht es so aus, als wenn es Hand war. Darf nicht zählen.“ Kompany hinterfragte weniger die Entscheidung als die Handregel selbst: „Was soll Tah da machen? Es ist keine Absicht und sein Arm ist am Körper.“

Rote Karte für Nicolas Jackson

In der 42. Minute kam Nicolas Jackson bei einem Zweikampf im Mittelfeld zu spät und traf Martin Terrier mit offener Sohle am Knöchel. Dingert zeigte zunächst Gelb, korrigierte nach VAR-Hinweis auf Rot. Sportvorstand Max Eberl befand: „Berechtigt die Rote Karte – da müssen wir nicht drum herumreden.“ Auch Kompany und Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe sahen hier eine klare Entscheidung.

Kanes kurzlebiger Jubel

Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung wurde Harry Kane von Janis Blaswich angeschossen und am angelegten Ellbogen getroffen. Der Ball landete bei Luis Díaz, der für Kane auflegte, ehe der Engländer einnetzte. Wieder schaltete sich der VAR ein, wieder wurde der Treffer aberkannt. Kane war fassungslos, Kompany tobte an der Seitenlinie. Dingert erklärte: „Es gab eine leichte Bewegung, aber doch eine evidente. Weil Bayern dadurch in Ballbesitz kam, war es für uns strafbar.“

Die umstrittene Gelb-Rote Karte

Die größte Aufregung löste die 84. Minute aus: Díaz legte den Ball an Blaswich vorbei, hob ab, wurde in der Luft leicht berührt, ging zu Boden und stand sofort wieder auf. Dingert wertete dies als Schwalbe und zeigte Gelb-Rot – die zweite Gelbe für Díaz. „Das ist im Leben keine Schwalbe“, ärgerte sich Joshua Kimmich. Kompany nannte es „Wahnsinn“. Dingert gestand später einen Fehler ein: „Wenn ich mir die Bilder anschaue, ist die Gelb-Rote Karte sehr hart. Ich würde sie mit den Bildern jetzt nicht mehr geben.“ Der VAR darf bei Gelb-Roten Karten jedoch nicht eingreifen – eine Regel, die erst im Sommer geändert wird.

Hofmanns abgepfiffener Siegtreffer

Tief in der Nachspielzeit erzielte Jonas Hofmann den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer für Leverkusen. Doch der VAR entdeckte, dass Hofmann in der Entstehung denkbar knapp im Abseits stand. Auch dieses Tor wurde aberkannt – diesmal zum Vorteil der Bayern.

Gemischte Reaktionen und Expertenmeinungen

Die Bewertungen der Schiedsrichterleistung gehen stark auseinander. Während Hoeneß von einem Skandal spricht, sieht DFB-Schiedsrichter-Sprecher Alex Feuerherdt die Dinge anders: „Vielleicht hat es seine Meinung beeinflusst, dass die Mehrheit dieser spielrelevanten Entscheidungen gegen den FC Bayern getroffen wurde. Aber wir sprechen hier keineswegs von skandalträchtigen Fehlern.“

Sky-Experte Dietmar Hamann kritisierte generell den VAR: „Das ist Humbug! Wir haben wenig bis nichts gewonnen und alles verloren.“ DAZN-Experte Michael Ballack fasste zusammen: „Viele kontroverse Entscheidungen, schwierige Entscheidungen für den Schiedsrichter. Schlussendlich ist das ganze Schiedsrichtergespann gut durch das Spiel gekommen.“

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Manuel Gräfe wies darauf hin, dass Díaz eigentlich schon früher hätte vom Platz müssen, nachdem er in der 74. Minute Aleix Garcia mit hohem Bein am Kopf getroffen hatte – hier zeigte Dingert nur Gelb. „Wenn man auf zwei Metern Höhe den Ball mit dem Fuß spielen will und dann den Gegner frontal mit den Stollen am Kopf trifft, dann ist das eigentlich eine Rote Karte“, so Gräfe.

Das Spiel in Leverkusen hat einmal mehr gezeigt, wie emotional und kontrovers Schiedsrichterentscheidungen im modernen Fußball diskutiert werden – besonders wenn es den FC Bayern München betrifft.