Aufregung um FC Bayern: Münchens OB Reiter erhält 20.000 Euro jährlich ohne Genehmigung
FC Bayern: OB Reiter erhält 20.000 Euro ohne Genehmigung

Skandal um Münchens Oberbürgermeister: 20.000 Euro vom FC Bayern ohne Genehmigung

In München brodelt ein handfester Skandal um Oberbürgermeister Dieter Reiter. Der 67-jährige SPD-Politiker hat am Donnerstag eingeräumt, dass er für seine Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München seit Ende 2021 jährlich 20.000 Euro erhält. Das Brisante daran: Reiter hatte sich diese lukrative Nebentätigkeit beim deutschen Rekordmeister nicht vom Münchner Stadtrat genehmigen lassen.

Genehmigungspflicht ignoriert – Disziplinarverfahren droht

Laut bayerischem Beamtenrecht sind Nebentätigkeiten mit einer Vergütung ab 10.000 Euro ausdrücklich genehmigungspflichtig. Da Reiter diese formale Anforderung missachtet hat, droht dem Oberbürgermeister nun ein ernsthaftes Disziplinarverfahren. Die Aufregung in der bayerischen Landeshauptstadt ist entsprechend groß.

„Dass dadurch eine Genehmigung des Stadtrats notwendig gewesen wäre, war mir nicht bewusst“, erklärte Reiter in einem öffentlichen Statement. „Ich kann mir aber auch kaum vorstellen, dass der Stadtrat eine solche Tätigkeit unterbunden hätte.“

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Reiters Rechtfertigung und politische Reaktionen

Der Oberbürgermeister betonte, er habe die Aufwandsentschädigung in Höhe von 10.000 Euro pro Halbjahr „zu keinem Zeitpunkt“ verheimlicht und sie stets ordnungsgemäß versteuert. „Insofern ist der Stadt oder dem Steuerzahler keinerlei Schaden entstanden“, so Reiter weiter.

Doch diese Erklärung stieß bei seinen politischen Partnern auf wenig Verständnis. Florian Siekmann, München-Vorsitzender der Grünen, die eigentlich mit Reiters SPD im Rathaus koalieren, übte scharfe Kritik: „Jedem Beamten sind die Gesetze für Nebentätigkeiten bestens bekannt. Für jahrelanges Kassieren ohne Genehmigung würde jeder Beamte hart zur Verantwortung gezogen.“

Hintergrund der umstrittenen Tätigkeit

Die Geschichte von Reiters Verbindung zum FC Bayern reicht weiter zurück:

  • Im Dezember 2016 wurde er zunächst als einfaches Mitglied in den Verwaltungsbeirat berufen
  • Diese Position übte er bis Ende 2021 ehrenamtlich und ohne Vergütung aus
  • Seit Ende 2021 erhält er für seine Tätigkeit die umstrittene Aufwandsentschädigung
  • Anfang Februar 2026 übernahm er den Vorsitz des Verwaltungsbeirats als Nachfolger von Edmund Stoiber
  • Durch diese neue Rolle wurde Reiter automatisch Mitglied im Aufsichtsrat des FC Bayern

Der Oberbürgermeister betrachtet seine Funktion beim FC Bayern als Privatperson und erkennt keinen Interessenkonflikt mit seinem Amt. Diese Einschätzung wird jedoch von vielen Seiten angezweifelt, zumal Reiter am kommenden Sonntag für eine dritte Amtszeit als Münchner Oberbürgermeister kandidiert.

Politische Brisanz und mögliche Konsequenzen

Die Enthüllung platzt in eine ohnehin bereits angespannte politische Situation. Die fehlende Genehmigung für die Nebentätigkeit wirft grundsätzliche Fragen auf:

  1. Wie konnte ein erfahrener Kommunalpolitiker wie Reiter die Genehmigungspflicht übersehen?
  2. Welche Auswirkungen hat dies auf das Vertrauen in die Stadtverwaltung?
  3. Wie wird sich der Fall auf den anstehenden Wahlkampf auswirken?

Die bayerische Landeshauptstadt steht vor einer politisch heiklen Situation. Während Reiter betont, dass weder der Stadt noch den Steuerzahlern ein Schaden entstanden sei, bleibt die Frage, ob ein Disziplinarverfahren tatsächlich eingeleitet wird und welche politischen Konsequenzen der Fall haben könnte. Die kommenden Tage werden zeigen, wie tief die Vertrauenskrise um den Oberbürgermeister tatsächlich reicht.

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