Der FC Thun hat als Aufsteiger sensationell die Schweizer Fußball-Meisterschaft gewonnen. Der Titel für das Team von Trainer Mauro Lustrinelli steht drei Spieltage vor dem Saisonende fest, weil Verfolger FC St. Gallen gegen den FC Sion 0:3 verlor und den Tabellenführer nicht mehr einholen kann.
Ein Märchen wie einst Kaiserslautern
Thun selbst hatte am Samstag beim 1:3 beim entthronten Titelverteidiger FC Basel seinen zweiten Matchball vergeben, profitierte nun aber von der Schützenhilfe des FC Sion. Die Spieler und Fans feierten den Titel im eigenen Stadion, wo die Partie von St. Gallen gegen Sion bei einem Public Viewing gezeigt wurde. Der Club aus der 45.000 Einwohnerstadt im Kanton Bern, den einst auch der heutige Mainzer Coach Urs Fischer trainierte, hatte vor dem Aufstieg 2025 insgesamt fünf Jahre in der Zweitklassigkeit verbracht.
Schon vor dem Titel für Thun waren Vergleiche mit dem 1. FC Kaiserslautern aufgekommen, der in der Saison 1997/98 als Aufsteiger in der Bundesliga zum Titel gestürmt war – so wie jetzt Thun in der Schweizer Super League. Der Triumph weckt Erinnerungen an dieses historische Fußball-Märchen und zeigt, dass im Fußball alles möglich ist.
Der Lohn: Champions-League-Qualifikation
Jetzt winkt dem kleinen Club sogar die Königsklasse. Als Schweizer Champion tritt der FC Thun in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League an. Bereits in der Saison 2005/06 trat Thun als nationaler Vizemeister in der Champions-League-Quali an und erreichte damals die Gruppenphase. Die Fans hoffen nun auf eine Wiederholung dieses Erfolgs und darauf, dass ihr Team erneut auf der großen europäischen Bühne glänzen kann.



