FIFPRO fordert Schutz für iranische Fußballerinnen
Die Fußball-Spielergewerkschaft FIFPRO Asien/Ozeanien hat deutliche Sicherheitsbedenken bezüglich der iranischen Nationalspielerinnen geäußert. Die Organisation sieht die asiatische Konföderation AFC und den Weltverband FIFA in der Pflicht, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Athletinnen zu ergreifen. Dies betrifft insbesondere eine mögliche Rückkehr der Spielerinnen in ihre Heimat nach der aktuellen Asienmeisterschaft in Australien.
Angriffe im Staatsfernsehen und Kriegssituation
Hintergrund der Warnungen sind mehrere besorgniserregende Entwicklungen. Zum einen wurden Teammitglieder im iranischen Staatsfernsehen öffentlich angegriffen. Der staatliche TV-Moderator Mohammad Reza Shahbazi bezeichnete die Spielerinnen als ‚Kriegsverräterinnen‘ und rief dazu auf, sie mit dem ‚Stigma von Ehrlosigkeit und Verrat‘ zu konfrontieren. Dieses Filmmaterial wurde laut FIFPRO online verbreitet und erhöhe die Sorgen um die Sicherheit der Spielerinnen erheblich.
Zusätzlich verschärft die aktuelle Kriegssituation im Iran die Gefahrenlage. Die Gewerkschaft betonte in einer offiziellen Stellungnahme am Freitag, dass sowohl AFC als auch FIFA dringend mit dem iranischen Fußballverband, der australischen Regierung und allen relevanten Behörden zusammenarbeiten müssten, um Schutzmaßnahmen zu gewährleisten.
Emotionale Belastung der Spielerinnen
Die iranischen Fußballerinnen stehen unter enormem psychischen Druck. Trainerin Marziyeh Jafari erklärte am Mittwoch: „Natürlich machen wir uns große Sorgen um unsere Familien und unsere Lieben und alle anderen Menschen in unserem Land, zu denen wir keinen Kontakt mehr haben.“ Stürmerin Sara Didar kämpfte bei einer Pressekonferenz mit den Tränen und sagte: „Natürlich sind wir alle besorgt und traurig wegen der Ereignisse im Iran und wegen unserer Familien und Angehörigen.“
Verhalten bei der Asienmeisterschaft
Bei der aktuellen Asienmeisterschaft in Australien zeigten die iranischen Spielerinnen unterschiedliche Verhaltensweisen während der Nationalhymne. Beim Auftaktspiel gegen Australien schwiegen sie demonstrativ, während sie beim zweiten Spiel die Hymne sangen und dabei salutierten. Eine offizielle Erklärung für diesen Wechsel liegt nicht vor.
Die iranische Frauen-Nationalmannschaft nimmt nach ihrem Debüt 2022 zum zweiten Mal an einer Asienmeisterschaft teil. Ihr letzter Gruppengegner Philippinen hat bislang ebenfalls zwei Niederlagen kassiert und null Punkte auf dem Konto. Das entscheidende letzte Gruppenspiel findet am Sonntag statt.
FIFPRO bleibt in dieser angespannten Situation wachsam und fordert kontinuierliche Maßnahmen zum Schutz der Sportlerinnen, deren Sicherheit sowohl im Heimatland als auch bei internationalen Turnieren gewährleistet sein muss.



