Nagelsmann über Musiala-Verletzung: 'Extrem schwere Verletzung' vor WM-Start
Der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Julian Nagelsmann, hat sich ausführlich zur erneuten Verletzung von Bayern-Star Jamal Musiala geäußert. Der 23-jährige Offensivspieler verpasst aufgrund einer Schmerzreaktion am operierten linken Sprunggelenk die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana, was den Start ins WM-Jahr erheblich belastet.
Zeitdruck und WM-Ambitionen
Nagelsmann betonte den erheblichen Zeitdruck, unter dem Musiala steht. "Er hat nicht mehr so viel Zeit. Das steht außer Frage", sagte der DFB-Chefcoach vor dem Testspiel in Basel. Mit der WM-Kaderbenennung Mitte Mai und der Turniervorbereitung Ende Mai bleiben dem Spieler nur noch etwa acht Wochen, um seine volle Fitness wiederzuerlangen. Der DFB-Tross reist am 2. Juni in die USA.
"Ich traue es ihm zu, dass er auf 100 Prozent kommt", erklärte Nagelsmann optimistisch, doch er machte deutlich, dass Musiala schmerzfrei sein muss. "Bei Jamal ist das Wichtige, dass er gesund ist, dass er schmerzfrei ist und dass er 100 Prozent performen kann und auch sein Level erreicht."
Hintergrund der Verletzung und aktuelle Situation
Musiala hatte sich bei der Club-WM im vergangenen Sommer in den USA das Wadenbein gebrochen und erlitt dabei eine schwere Sprunggelenksverletzung, die eine Operation erforderte. Er fiel bis zum Jahresbeginn aus. Nagelsmann beschrieb dies als "eine extrem schwere Verletzung, die, was relativ normal ist, immer wieder mal ein paar Problemchen macht".
Vor etwas mehr als zwei Wochen spielte Musiala zuletzt für den FC Bayern gegen Atalanta Bergamo, musste danach jedoch aufgrund von Schmerzen erneut pausieren. Inzwischen konnte er in München erstmals wieder eine individuelle Trainingseinheit mit Ball absolvieren, doch seine Rückkehr ins Teamtraining bleibt ungewiss.
Nagelsmanns Einschätzung zur Schmerztoleranz
Der Bundestrainer differenzierte zwischen tolerierbaren und nicht tolerierbaren Schmerzen bei Spielern. "Wenn du als Spieler auf dem Spielfeld bist, einen Schmerz hast, ihn tolerieren kannst und deine Aktionen bei 100 Prozent sind, macht das nichts", sagte Nagelsmann. Kritisch werde es, "wenn du einen Schmerz hast, den du nicht tolerieren kannst aus verschiedenen Gründen". In solchen Fällen sei der Spieler gehemmt und könne nicht befreit agieren.
Mit Blick auf die WM betonte Nagelsmann: "Jamal muss, wie alle anderen auch, wenn er spielen will, schon bei 100 Prozent sein." Musiala bestritt sein letztes Länderspiel vor einem Jahr im Nations-League-Viertelfinale gegen Italien.
Weitere Verletzungssorgen im Mittelfeld
Neben Musiala bereiten auch die Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha Sorgen. Pavlovic leidet unter Hüftbeschwerden, während Nmecha eine Außenbandverletzung am Knie hat. Beide verpassen die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana.
Nagelsmann bewertete die Situation der beiden Spieler unterschiedlich: "Bei Felix ist es deutlich dramatischer als bei Pavlo. Der wird, denke ich, schnell wieder zurückkommen. Bei Felix wird es ein bisschen dauern." Diese weiteren Ausfälle belasten die WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft zusätzlich.
Insgesamt bleibt die Fitness von Jamal Musiala eine zentrale Frage für die deutsche Mannschaft im WM-Jahr. Nagelsmann drückte dem Spieler die Daumen: "Ich will ihm nur die Daumen drücken, dass es schnell gut ist mit seinem Sprunggelenk, dass da nichts mehr passiert, dass er nichts mehr spürt." Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Musiala rechtzeitig zur vollen Leistungsfähigkeit zurückfindet.



