Italienischer Fußball-Verband beendet Ära Gattuso nach WM-Debakel
Der italienische Fußball-Verband FIGC und Nationaltrainer Gennaro Gattuso haben ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. Diese Entscheidung fiel nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 stattfinden wird. Der Vertrag wurde laut offizieller Verlautbarung am Karfreitag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Emotionale Worte zum Abschied
Der scheidende FIGC-Präsident Gabriele Gravina würdigte die Leistungen des Weltmeisters von 2006 in einer bewegenden Erklärung. „In nur wenigen Monaten ist es ihm gelungen, die Begeisterung für die Nationalmannschaft neu zu entfachen und bei den Spielern und im ganzen Land großen Stolz auf das blaue Trikot zu wecken“, wurde Gravina in der offiziellen Mitteilung zitiert. Er dankte Gattuso ausdrücklich für dessen engagierte Arbeit während der kurzen Amtszeit.
Gattuso selbst äußerte sich mit bedrückten Worten zu seinem Abschied: „Schweren Herzens, da wir unser gestecktes Ziel nicht erreicht haben, betrachte ich meine Zeit als Trainer der Nationalmannschaft als beendet.“ Der ehemalige Mittelfeldstar betonte die besondere Bedeutung des Nationaltrikots: „Das Trikot der Azzurri ist das wertvollste Gut im Fußball. Deshalb ist es richtig, neue technische Beurteilungen zu ermöglichen.“
Historische WM-Misserfolge und personelle Konsequenzen
Die Entscheidung folgt auf das traumatische Elfmeterschießen in Bosnien-Herzegowina am vergangenen Dienstag, das die viermaligen Weltmeister endgültig aus dem WM-Rennen warf. Damit setzt Italien eine beispiellose Negativserie fort:
- Bereits 2018 verpasste die Squadra Azzurra die WM-Endrunde in Russland
- 2022 fehlte Italien erneut bei der Weltmeisterschaft in Katar
- Nun folgt das dritte WM-Aus in Folge für den einstigen Fußball-Giganten
Die personellen Konsequenzen beschränken sich nicht nur auf die Trainerposition. Auch Sportchef Gianluigi Buffon, die italienische Torhüter-Legende, hat bereits seinen Rücktritt erklärt. Am 22. Juni soll zudem auf einer außerordentlichen Verbandsversammlung ein neuer FIGC-Präsident gewählt werden, nachdem Gravina sein Amt niederlegt.
Suche nach einem würdigen Nachfolger
Als potenzielle Nachfolger für die vakante Trainerposition werden derzeit zwei namhafte italienische Trainer diskutiert:
- Antonio Conte, der bereits von 2014 bis 2016 die Nationalmannschaft trainierte und Italien bei der EM 2016 bis ins Viertelfinale führte
- Roberto Mancini, der Italien 2021 zur Europameisterschaft führte, aber nach der verpassten WM-Qualifikation 2022 zurücktrat
Beide Trainer verfügen über umfangreiche internationale Erfahrung und könnten der in einer tiefen Krise steckenden italienischen Nationalmannschaft neuen Schwung verleihen. Die Entscheidung über die Nachfolge wird in den kommenden Wochen erwartet, während der FIGC gleichzeitig die strukturellen Weichen für die Zukunft stellt.



