Freiburg überwindet Berliner Trauma: Pokalheld Müller ebnet Weg zum ersten Titel
Freiburg überwindet Trauma: Pokalheld Müller ebnet Weg

Freiburgs emotionaler Triumph: Pokalheld Müller überwindet Berliner Trauma

Der SC Freiburg hat nach einem atemberaubenden Pokalabend im Berliner Olympiastadion das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. In einem dramatischen Elfmeterschießen setzten sich die Breisgauer mit 5:4 gegen Hertha BSC durch und verarbeiteten dabei das Trauma der Finalniederlage von 2022 gegen RB Leipzig.

Tränen der Erleichterung: Trainer Schuster ringt mit Emotionen

Wer das Ergebnis nicht kannte, hätte Freiburgs Trainer Julian Schuster für den großen Verzieler dieses denkwürdigen Abends halten können. Der SC-Coach vergoss nach dem dramatischen Finale noch auf dem Spielfeld Tränen der Erleichterung. Auf der anschließenden Pressekonferenz saß der 40-Jährige immer noch mit feuchten, geröteten Augen vor den Journalisten.

„Ich bekomme jetzt schon wieder Gänsehaut. So ein Elfmeterschießen kann als Trainer ganz schön hart sein. Diese Gefühle der Machtlosigkeit und der immense Druck – das war überwältigend. Sehr emotional. Man kann das nicht alles kontrollieren“, berichtete Schuster sichtlich aufgewühlt. Während der Trainer noch mit seinen Gefühlen rang, hatten seine Spieler gedanklich längst den nächsten Schritt vollzogen.

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Pokalheld Müller: Der Ersatzkeeper schreibt Geschichte

Zum Matchwinner avancierte Ersatzkeeper Florian Müller, der in dieser Saison im Pokal den Vorzug vor Stammtorhüter Noah Atubolu erhält. Der 28-Jährige parierte gleich zwei Elfmeter und wurde damit zur Schlüsselfigur des Abends. „Jetzt nehmen wir einen zweiten Anlauf. Das Trauma vom Elfmeterschießen in Berlin haben wir heute überwunden. Jetzt steht uns eigentlich nichts mehr im Wege“, erklärte der Pokalheld nach dem Spiel.

Für Müller war es eine besondere Genugtuung, nachdem Freiburg 2022 im Finale gegen Leipzig ebenfalls im Elfmeterschießen gescheitert war. Auch im kommenden Halbfinale dürfte der Torwart wieder zwischen den Pfosten stehen und seine außergewöhnliche Pokalbilanz fortsetzen.

Angriffsmodus aktiviert: Die Gier nach dem ersten Titel

Die Freiburger Spieler schalteten nach dem emotionalen Sieg sofort in den Angriffsmodus um. „Egal, wer im Halbfinale kommt. Wir sind bereit. Die Gier ist riesig. Ein Spiel noch und dann sehen wir uns wieder hier im Olympiastadion“, versprach Offensivspieler Derry Scherhant, der bis zum Sommer noch für Hertha BSC gespielt hatte und nun mit Freiburg den Traum seiner ehemaligen Mannschaft zerstörte.

Verteidiger Philipp Treu unterstrich die Entschlossenheit des Teams: „Ich wünsche mir ein Heimspiel. Der Gegner ist mir eigentlich egal. Die Gier ist brutal. Wir wollen das Maximum erreichen. Wir sind hungrig und wollen den nächsten Schritt machen.“ Diese Worte spiegeln genau die Stimmung wider, die die Anhänger des Bundesligisten hören wollen.

Hertha konzentriert sich auf Aufstiegskampf

Für Hertha BSC endete der Traum vom Pokalfinale im eigenen Stadion. Doch Trainer Stefan Leitl richtet den Fokus jetzt voll auf den Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga. „Wenn wir das alle sieben Tage hinbekommen, was die Freiburger alle drei Tage schaffen, haben wir eine realistische Chance, unseren Traum Mitte Mai zu leben“, versprach der Trainer.

Am 17. Mai endet die Zweitliga-Saison – dann soll der Bundesliga-Aufstieg perfekt sein. Vielleicht feiert der Hauptstadt-Club im Mai doch eine große Party im Olympiastadion, nur mit einem anderen Motto als ursprünglich geplant.

Freiburgs beeindruckende Pokalbilanz

Der SC Freiburg erreichte in drei der letzten fünf Spielzeiten das Halbfinale des DFB-Pokals – keinem anderen Team gelang diese Leistung öfter in diesem Zeitraum. Doch nun will man endlich den finalen Schritt gehen. „Wenn du im Halbfinale stehst, brauchst du keine anderen Ziele mehr. Wir hatten bisher noch keinen Titel in der Vereinsgeschichte. Das sagt eigentlich schon alles“, betonte Trainer Schuster.

Routinier Matthias Ginter, der 2022 bereits im Finale stand, blickt mit Vorfreude auf den 23. Mai: „Ich hätte nichts dagegen, wieder hierher zu kommen. Ich habe Zeit. Es ist ein schönes Stadion.“ Das große Sehnsuchtsdatum für den SC Freiburg ist damit klar definiert.

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Fankultur als tragende Säule

Über 5.000 Freiburger Fans feierten im Berliner Olympiastadion den Einzug ihres Teams ins Halbfinale. Als die Spieler nach Müllers Paraden zur Kurve rannten, gab es kein Halten mehr. „Man kennt natürlich viele der Fans persönlich. Das spiegelt diesen wunderbaren Verein wider. Ich bin froh, dass die Mannschaft ihnen diesen Erfolg zurückgeben kann“, schwärmte Trainer Schuster über die besondere Verbindung zwischen Team und Anhängern.

Wie man im Berliner Olympiastadion feiert, wissen die SC-Fans spätestens seit diesem Dienstagabend. Die Erinnerung an die emotionalen Szenen nach dem Elfmeterschießen wird sie auf dem Weg zum möglichen ersten Titel der Vereinsgeschichte begleiten.