Fritz räumt Fehler ein: Werder Bremens Transferpolitik unter der Lupe
Der Sport-Geschäftsführer von Werder Bremen, Clemens Fritz, hat sich in einem ausführlichen Interview zur viel diskutierten Transferpolitik des Vereins in dieser Saison geäußert. Dabei gestand er offen Fehler ein und erläuterte die Hintergründe der umstrittenen Personalentscheidungen.
Kritik an Offensivstrategie und Leihgeschäften
In der Sendung „Doppelpass“ bei Sport1 sagte Fritz: „Ich stelle mich vor unseren Kader. Aber wo wir falschlagen, ist sicherlich in unserem Offensivspiel.“ Er betonte, dass der Verein mutig sein und auf junge Spieler setzen wollte, aber nicht alles nach Plan verlaufen sei. „Wir können uns nicht von Fehlern freisprechen“, so der Sportchef.
Besonders in den Fokus der Kritik gerieten in den vergangenen Monaten:
- Die zahlreichen Leihspieler im Kader
- Die missglückte Verpflichtung des Stürmers Victor Boniface, der verletzt und nie richtig fit war
Das Boniface-Experiment und wirtschaftliche Risiken
Laut Fritz war der Plan gewesen, „ein wirtschaftlich überschaubares Risiko einzugehen und eher auch den Mut zu haben und die Chance zu sehen.“ Der prominente Boniface und der junge Keke Topp sollten sich die Spielzeit im Angriff teilen. „Wir wollten zum einen Keke entwickeln und zum anderen auch die Qualität, die Victor zweifelsohne hat, für uns gewinnen“, erklärte Fritz. Doch er räumte ein: „Nach dem aktuellen Stand muss man schon sagen, dass das in der Form nicht aufgegangen ist.“
Probleme beim Spielerverkauf und zukünftige Pläne
Ein weiteres Problem sei gewesen, dass Werder Spieler wie Romano Schmid nicht wie geplant teuer verkaufen konnte. Fritz erläuterte: „Wir sind für Samuel Mbangula ein Stück weit ins Risiko gegangen. Aber wir sind schon davon ausgegangen, dass wir noch den einen oder anderen Spieler verkaufen, um auch wieder investieren zu können. Das ist ausgeblieben.“ Dies habe dazu geführt, dass der Verein auf Leihen zurückgreifen musste.
Für die Zukunft plant Werder Bremen jedoch eine andere Strategie. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll für den jungen Innenverteidiger Karim Coulibaly ein zweistelliger Millionenbetrag eingenommen werden. Fritz bestätigte im „Doppelpass“: „Wir sprechen über einen 18 Jahre alten Innenverteidiger mit linkem Fuß, der in der Bundesliga Stammspieler ist. Dass da Interesse da ist, ist keine große Überraschung.“
Der Sportchef fasste zusammen, dass die hohe Stabilität im Kader zwar gegeben war, aber die Weiterentwicklung Richtung Transfermarkt nicht wie erhofft verlaufen sei. Nun hofft der Verein, mit neuen Strategien und möglichen Verkäufen wie bei Coulibaly wieder auf Kurs zu kommen.



