Fußball-Bosse umschiffen heikle Themen: Statt Trump und Russland feiern sie Real-Deal
Fußball-Bosse schweigen zu Trump und Russland, feiern Real-Deal

Fußball-Bosse umschiffen heikle Themen: Statt Trump und Russland feiern sie Real-Deal

Der Name Donald Trump fiel auf dem Podium in den leuchtenden Blau- und Silbertönen des UEFA-Kongresses in Brüssel kein einziges Mal. Auch um Russland machten Europas Fußball-Bosse bei ihrer Zusammenkunft verbal einen großen Bogen. Alle möglichen Konfliktthemen wurden von UEFA-Chef Aleksander Ceferin und FIFA-Präsident Gianni Infantino nur in Untertönen gestreift. Wer wenige Stunden vor der Auslosung der nächsten Nations-League-Runde einen Dissens zwischen den Fußball-Alphatieren spüren wollte, musste in der Expo-Halle in der belgischen Hauptstadt schon genau hinhören.

Feierlaune statt offener Konflikte

Lieber feierten sich Ceferin und Co. für den Deal mit Real Madrid vom Vortag, der den jahrelangen Disput um eine Super League beendete. Auch Infantino gratulierte ausdrücklich zu dieser Einigung. Eine offen ausgetragene Diskussion um einen WM-Boykott als Drohkulisse gegen die Politik von US-Präsident Trump oder eine kontroverse Debatte um eine mögliche Rückkehr russischer Teams in internationale Wettbewerbe ohne Frieden in der Ukraine fand nicht statt.

Infantino drehte jede mögliche Kritik an seinen engen Banden zu Trump oder dessen in Europa massiv beanstandeter Agenda in einen positiven Sommer-Ausblick um. „Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein“, sagte der FIFA-Präsident in seiner Ansprache. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada werde in einer „friedlichen und fröhlichen Atmosphäre stattfinden“, versicherte der Schweizer Weltverbandschef vor den europäischen Fußball-Delegierten.

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Absage an Boykott-Debatte und russische Rückkehr

Zuletzt waren in Deutschland und auf der politischen Bühne der Europäischen Union Forderungen nach einem Boykott der WM angesichts der Trump-Politik laut geworden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte diese als unpassend zurückgewiesen. Die europäischen Fußball-Verbände müssten mit gutem Beispiel vorangehen, damit der Fußball seine vereinende Kraft entfalten könne, forderte Infantino. „Ich zähle auf jeden einzelnen von Euch“, sagte er.

Keine neuen Aussagen machte Infantino zu einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben. Zuletzt hatte der FIFA-Chef eine Wiederaufnahme trotz des andauernden Krieges in der Ukraine nicht kategorisch ausgeschlossen. UEFA-Präsident Ceferin gilt als Befürworter, zumindest Jugend-Teams aus Russland eine Perspektive zu bieten. Man müsse immer „Lösungen finden, den Ball am Rollen zu halten“, sagte Ceferin in Brüssel, ohne explizit auf die russische Situation einzugehen.

Seitenhieb zu Ticketpreisen und Zukunftsfragen

Ohne verbale Seitenhiebe ging es aber freilich nicht ab. Ceferin versprach den Fans günstige Tickets bei der nächsten Europameisterschaft, im Gegensatz zur FIFA-Preispolitik für die WM. Fußball sei „Identität, es ist keine Industrie, und es ist Gemeinschaft, es ist keine Ware“, sagte Ceferin. „Die Überzeugung leitet unsere Entscheidungen. Aus diesem Grund setzt sich die UEFA weiterhin stark für den fan-freundlichen Ticketverkauf ein.“

Zuletzt hatte es massive Kritik an hohen WM-Ticketpreisen gegeben. Wie bei Sportereignissen in den USA üblich wurde von der FIFA ein dynamisches Preissystem etabliert, das sich durch Nachfrage reguliert. Nach großer Empörung war nachträglich für die treuesten Anhänger der jeweiligen Teams eine Kategorie mit noch günstigeren Tickets in allerdings begrenzter Anzahl eingeführt worden.

Die EM in zwei Jahren findet in England, Wales, Schottland und Irland statt. Genaue Ticketpreise nannte Ceferin noch nicht. Ob der Slowene 2028 überhaupt noch UEFA-Chef ist, bleibt ungewiss. Eine Aussage zu einer erneuten Kandidatur beim Kongress am 4. März 2027 in Astana in Kasachstan machte er nicht.

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