Italiens Trainer Gattuso nach WM-Aus emotional zerrissen
Gennaro Gattuso stand im Mittelpunkt eines Abends, der für den italienischen Nationaltrainer kaum bitterer hätte enden können. Während um ihn herum das Drama des verlorenen Elfmeterschießens seinen Lauf nahm, blickte der ehemalige Profi fassungslos auf das Geschehen. In dem Trainer, der sein letztes Spiel an der italienischen Seitenlinie bestritten haben könnte, tobten nach der verpassten WM-Qualifikation die widersprüchlichsten Emotionen.
Verantwortungsübernahme und Entschuldigung
Zum einen verteidigte Gattuso seine Mannschaft leidenschaftlich und zeigte sich gleichzeitig am Boden zerstört. „Die Jungs haben so eine Niederlage nicht verdient, für ihren Einsatz würde ich ihnen die Note 10 geben“, sagte der Ex-Profi in einer emotionalen Pressekonferenz. „Sie haben bis zum Ende gekämpft, und es tut mir leid, dass es so ausgegangen ist.“ Der Trainer ergänzte mit bewegten Worten: „Ich entschuldige mich heute, ich habe es nicht geschafft.“
Gattuso beschrieb die Situation mit militärischen Vergleichen: „Wir waren wie im Schützengraben und haben es immer wieder versucht. So ein Schlag ist schwer zu verkraften.“ Der Trainer zeigte sich zwischen Anerkennung für seine Spieler und persönlicher Enttäuschung hin- und hergerissen. „Es fühlt sich ungerecht an, aber so ist der Fußball: Manchmal gibt er dir Freude, manchmal trifft er dich hart“, resümierte der sichtlich mitgenommene Trainer.
Ungewisse Zukunft und Rückendeckung
Wie es nun für Gennaro Gattuso weitergeht, bleibt ungewiss. Der Trainer selbst hatte vor einigen Monaten – wohl im Scherz – erklärt, dass er Italien bei einer verpassten WM-Qualifikation verlassen wolle. Davon wollte er im Moment der Niederlage jedoch nichts wissen: „Ich übernehme die Verantwortung und entschuldige mich, dass wir es nicht geschafft haben. Meine Zukunft ist jetzt nicht wichtig.“
Zumindest eine wichtige Stimme stärkte dem Trainer demonstrativ den Rücken. Verbandspräsidentin Gabriela Gavano stellte sich nach dem Spiel hinter ihren Coach: „Ich habe Gennaro gebeten zu bleiben und weiterzumachen“, erklärte sie öffentlich. Diese Unterstützung könnte für die weitere Entwicklung der italienischen Nationalmannschaft von entscheidender Bedeutung sein.
Historische Niederlage mit Folgen
Italien hatte sein Playoff-Finale gegen Bosnien-Herzegowina mit 2:5 verloren, wobei die Entscheidung im Elfmeterschießen fiel. Damit wurde die dritte WM-Teilnahme in Folge verpasst – ein historischer Tiefpunkt für den vierfachen Weltmeister. Die Mannschaft zeigte zwar kämpferischen Einsatz, doch am Ende reichte es nicht für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026.
Gattuso betonte in seinen emotionalen Aussagen immer wieder den kollektiven Charakter des Misserfolgs: „Wir wollten es für uns, für Italien, für den gesamten Sport schaffen.“ Der Trainer, der zwischen Stolz auf die Leistung seiner Spieler und tiefer Trauer über das verpasste Ziel schwankt, steht nun vor einer ungewissen Zukunft an der Spitze der italienischen Nationalmannschaft.



