Gewalteskalation bei Kreisliga-Spiel: Glasflasche trifft Spieler am Kopf
Im beschaulichen Gaildorf im Nordosten Baden-Württembergs ist ein Fußballspiel der Kreisliga B in einem Gewaltausbruch geendet, der nun juristische und sportrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Beim Aufeinandertreffen des Türkischen Arbeiter- und Hilfsvereins (TAHV) Gaildorf gegen die zweite Mannschaft des SSV Schwäbisch Hall eskalierte die Situation in der Schlussphase der Partie.
Spielabbruch nach schwerem Foul und Beleidigungen
Die Hausherren vom TAHV Gaildorf lagen bereits mit 0:4 im Rückstand, als in der 86. Spielminute ein folgenschweres Foul geschah. Der 21-jährige Gästespieler Florent K. wurde gefoult, woraufhin der Stürmer seinen Gegenspieler laut Polizeiangaben beleidigte. Die Situation eskalierte schnell, als sich auch Zuschauer in die verbalen Auseinandersetzungen einmischten.
„Das Spiel wurde abgebrochen. Anschließend warf ein 21-jähriger Zuschauer dem gefoulten Spieler eine Glasflasche an den Hinterkopf“, berichtet Polizeisprecher Robert Kauer. Die Folge war eine Platzwunde mit starkem Blutverlust, die einen Notruf erforderlich machte. Der Rettungsdienst brachte den verletzten Fußballer umgehend in ein Krankenhaus.
Tatverdächtiger ist selbst Fußballspieler
Nach Informationen von BILD handelt es sich beim mutmaßlichen Flaschenwerfer um den 21-jährigen Tunahan K., der eigentlich selbst Fußballer beim TAHV Gaildorf ist. Wegen einer Verletzung soll er an diesem Spieltag nur als Zuschauer anwesend gewesen sein. Als er nach der Tat offenbar flüchten wollte, notierten sich Spieler der Gästemannschaft sein Kennzeichen, was die polizeilichen Ermittlungen erleichterte.
Ali Tercan (51), Vorsitzender des geschädigten SSV Schwäbisch Hall, zeigt sich entsetzt: „Wir reagieren auch manchmal emotional. Aber diese Gewalttat geht entschieden zu weit.“ Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Tatverdächtigen.
Verein reagiert sofort mit drastischen Maßnahmen
Der TAHV Gaildorf hat nicht auf das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen gewartet, sondern bereits unmittelbar nach dem Vorfall Konsequenzen gezogen. Klubchef Hasiret Vural (45) erklärt: „Wir haben den Spieler bereits aus dem Verein ausgeschlossen. Zudem wurde ihm Hausverbot erteilt.“
Vural macht deutlich, dass nicht nur der Flaschenwerfer für die Eskalation verantwortlich sei: „Die Schlussphase war hitzig, es kam zur Rudelbildung. Völlig unnötig! In der Kabine habe ich erst mal allen den Kopf gewaschen.“ Auch andere Spieler seiner Mannschaft trügen eine Mitschuld an dem Tumult.
Sportgericht entscheidet über mögliche lebenslange Sperre
Parallel zum Strafverfahren erwartet den Tatverdächtigen nun ein Urteil des Sportgerichts. Der Vorsitzende des Fußballbezirks Hall teilte mit, man werde den Schiedsrichter-Bericht abwarten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Für Tunahan K. reicht die mögliche Strafpalette von einer Geldbuße bis hin zur lebenslangen Sperre vom organisierten Fußball.
Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf die zunehmende Gewaltproblematik im Amateurfußball, wo emotionale Geladenheit immer häufiger in handfeste Auseinandersetzungen umschlägt. Die beteiligten Vereine und der Fußballverband stehen nun vor der Herausforderung, klare Signale gegen Gewalt zu setzen und Präventionsmaßnahmen zu verstärken.



