Deutsches Gold-Paar nach Triumph in Prag vor Zukunftsentscheidung
Der große Moment des Triumphs war gerade erst verklungen, da stand bereits die entscheidende Frage im Raum: Bleibt das deutsche Gold-Paar Minerva Hase und Nikita Volodin nach dem WM-Erfolg im Eiskunstlauf-Paarlauf zusammen? In der Prager Arena fragte der Moderator direkt nach der Siegerehrung: „Ist dies ein Start? Oder ist dies das Ende?“ – eine Frage, die das gesamte deutsche Eiskunstlauffieber erfasst hat.
Eine Erfolgsgeschichte mit ungewissem Ausgang
Vor dreieinhalb Jahren begann die gemeinsame Karriere der beiden 26-Jährigen eher unkonventionell – mit einem Treffen am Berliner Flughafen und einem anschließenden Speed-Date auf dem Eis. Was folgte, war ein rasanter Aufstieg, der in dieser Saison mit Olympia-Bronze und nun dem Weltmeistertitel in Prag gipfelte. Besonders bemerkenswert: Beide hatten ihre sportlichen Träume bereits als gescheitert betrachtet, bevor sie zueinander fanden.
„Sie brauchten einander, um zu strahlen“, erklärt Trainer Knut Schubert das Phänomen. Tatsächlich entwickelten sich Hase und Volodin zu Deutschlands neuem Traumpaar auf dem Eis – einem Duo mit enormem Potenzial, dessen Zukunft jedoch völlig offen ist.
WM-Gold als Wendepunkt
Der Weltmeistertitel könnte sowohl Motivator als auch Schlusspunkt sein. Einerseits zeigten die beiden in Prag trotz eines kleinen Fehlers – Hase öffnete den dreifachen Salchow nach zweieinhalb statt drei Umdrehungen – eine herausragende Leistung, die das Publikum zu Standing Ovations riss. Mit 228,33 Punkten holten sie sich hochverdient den Titel.
Andererseits steckt noch mehr in dem Paar. Der perfekte, makellose Triumph wäre durchaus möglich. Oder aber sie beenden ihre Karriere auf dem Höhepunkt, nach dreieinhalb anstrengenden Jahren, in denen sie mehr erreicht haben, als sie je zu hoffen gewagt hatten: WM-Bronze im ersten Jahr, WM-Silber und EM-Gold im zweiten, sowie EM-Silber, Olympia-Bronze und nun WM-Gold im dritten gemeinsamen Jahr.
Die große Ungewissheit
„Wir wissen es nicht“, antwortete Volodin auf die Zukunftsfrage des Hallensprechers. In der Euphorie des goldenen Moments fügte er jedoch hinzu: „Aber vielleicht, vielleicht kann es ein Anfang sein.“ Später, als der Abend fortschritt und die gleiche Frage in verschiedenen Sprachen wiederholt wurde, blieben die Antworten vage.
Minerva Hase präzisierte: „Wir haben jetzt erstmal die WM beendet und noch nicht darüber gesprochen. Bis Ende Mai ist mit vielen Shows recht viel los bei uns, aber wir werden auch genug Zeit abseits des Eises haben, um darüber nachzudenken, was wir brauchen und was wir wollen.“ Sie betonte: „Wir werden mit unserem Team sprechen, mit dem Verband und allen, die uns unterstützen, und sehen, wie und ob es weitergeht. Wir halten es uns offen.“
Folgen für den deutschen Eiskunstlauf
Ein Rücktritt des erfolgreichen Paares wäre ein herber Schlag für den deutschen Eiskunstlauf. Mit der Berlinerin Minerva Hase und dem gebürtigen Russen Nikita Volodin hat Deutschland endlich wieder Athleten, die um die großen internationalen Titel mitkämpfen und für mediale Aufmerksamkeit sowie neue Begeisterung sorgen.
Die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen wären mit 30 Jahren für Paarläufer durchaus noch ein realistisches Ziel. Die Frage bleibt: Nutzen sie das WM-Gold als Antrieb für den nächsten großen Traum – Olympiagold – oder setzen sie den Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Karriere?
Die Entscheidung wird in den kommenden Wochen und Monaten fallen, wenn das Paar Zeit abseits des Eises hat, um über die Zukunft nachzudenken. Bis dahin bleibt die deutsche Eiskunstlaufgemeinschaft in atemloser Spannung.



