Gladbachs Frust nach Bayern-Pleite: Elfmeter und Rote Karte sorgen für Ärger
Bei der deutlichen 1:4-Pleite von Borussia Mönchengladbach beim FC Bayern München am Freitagabend in der Allianz-Arena stand nicht nur die sportliche Leistung im Mittelpunkt. Vielmehr sorgten zwei umstrittene Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Schröder für erheblichen Unmut im Lager der Fohlen.
Doppelte Bestrafung: Elfmeter und Rot für Reitz
In der 55. Minute des Spiels entschied der Unparteiische auf Elfmeter für die Münchner, nachdem es im Strafraum zu einem Zweikampf zwischen Bayern-Stürmer Nicolas Jackson und Gladbachs Mittelfeldmotor Rocco Reitz gekommen war. Nicht nur der Strafstoß, sondern auch die anschließende Rote Karte für Reitz lösten bei den Gästen heftige Proteste aus.
Trainer Eugen Polanski zeigte sich nach der Partie verständnislos: „Elfmeter ist klar, leider Gottes ist Rot aber zu hart.“ Für die Gladbacher bedeutet die Sperre ihres Schlüsselspielers einen schweren Schlag, da Reitz im wichtigen Kellerduell gegen den FC St. Pauli und möglicherweise auch im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln fehlen wird.
Schiedsrichter begründet seine Entscheidung
Robert Schröder erläuterte seine umstrittene Entscheidung im Nachgang des Spiels ausführlich. „Ich hatte eine gute Sicht. Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt“, so der Schiedsrichter.
Er führte weiter aus: „Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss. Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte.“ Laut Regelwerk und auch nach Überprüfung durch den VAR gab es demnach keine Möglichkeit, die Strafe zu mildern.
Weitere Kritik an Schiedsrichterleistung
Der Ärger der Gladbacher beschränkte sich nicht nur auf die Szene mit der Roten Karte. Vor dem 0:2 durch Konrad Laimer in der 38. Minute sah die Mannschaft von Trainer Polanski ein Foul an ihrem Mittelfeldspieler Hugo Bolin, das nicht gepfiffen wurde.
„Für mich ist das schon ein Foul, er trifft nicht den Ball. Das hätte man überprüfen können“, kritisierte Polanski die Entscheidung. Sportchef Rouven Schröder pflichtete bei: „Vor dem 0:2 liegt ein Foul an Hugo Bolin vor - aber das wird auch einfach so wegentschieden, ohne jede Überprüfung.“
Gladbachs Führung zeigt sich erbost
Rouven Schröder, Sportvorstand bei Borussia Mönchengladbach, äußerte sich nach der Niederlage deutlich frustriert: „Wir suchen hier keine Ausreden, aber das ist alles richtig schlecht für uns gelaufen. Ich verstehe die Doppel-Bestrafung auch nicht, die Szene kann man sich zumindest mal ansehen.“
Er betonte die Bedeutung der Entscheidungen für den Verein: „Man muss auch mal überlegen, was sowas für uns als Verein bedeutet, jetzt vor diesen wichtigen Duellen im Abstiegskampf.“ Die Gladbacher befinden sich in der Bundesliga in einer schwierigen Tabellensituation und müssen in den kommenden Spielen dringend Punkte sammeln.
Trainer Polanski resümierte enttäuscht: „Wenn man in München etwas holen will - und das wollten wir eindeutig - dann brauchst du einen Gegner, bei dem nicht alles passt und einen Schiedsrichter, der richtige Entscheidungen trifft. Beides lag leider nicht vor. Nach dem Elfmeter und der Roten Karte war das Spiel gegessen, obwohl wir als Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte richtig gut dagegengehalten haben.“



