Kompany mahnt vor Pokal-Kracher: Emotionen müssen kontrolliert werden
Vor dem hochbrisanten DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bayer Leverkusen hat FC Bayern Trainer Vincent Kompany seine Mannschaft zur emotionalen Kontrolle gemahnt. "Wir haben in vergangenen Spielen gesehen, welche Emotionen man gegen sie braucht und welche man besser zu Hause lassen sollte", betonte der Belgier vor dem entscheidenden Duell am Mittwochabend.
Sehnsucht nach Berliner Olympiastadion
Der FC Bayern will nach sechs langen Jahren endlich wieder das DFB-Pokalfinale erreichen. Das Ziel ist klar: Am 23. Mai im Berliner Olympiastadion stehen. Die Meisterfeierlichkeiten nach dem 4:2 gegen den VfB Stuttgart wurden bewusst klein gehalten, um die Konzentration auf den Pokal zu lenken. Sportvorstand Max Eberl stellte jüngst die rhetorische Frage: "Wann war das letzte Pokalfinale für Bayern noch mal?"
Die Antwort: 2020. Damals gewann der FC Bayern unter Hansi Flick mit 4:2 gegen Bayer Leverkusen - allerdings ohne Zuschauer aufgrund der Corona-Pandemie. Seitdem lastet ein echter Pokalfluch auf dem Rekordmeister. Dreimal schied der Verein in der zweiten Runde aus, einmal im Viertelfinale und zuletzt im Achtelfinale.
Statistik spricht für Bayern - aber Vorsicht ist geboten
Die historischen Zahlen geben dem FC Bayern Hoffnung. Zwei Pokal-Aus in Folge gegen denselben Gegner gab es in der langen Historie des Vereins noch nie. Zudem gelang zuletzt dreimal in Folge der Sprung ins Finale, wenn die Bayern erst einmal das Halbfinale erreicht hatten.
Dennoch warnt Eberl vor Leichtsinn: "Es ist eine Mannschaft, die in dieser Saison definitiv unter ihren Möglichkeiten gespielt hat. Ein K.o.-Spiel ist ein K.o.-Spiel." Leverkusen hat unter Trainer Kasper Hjulmand reichlich Halbfinal-Erfahrung und qualifizierte sich zuletzt dreimal hintereinander für die Runde der letzten vier Teams.
Hitzegefahr nach turbulentem Hinspiel
Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams in der BayArena endete mit einem hitzigen 1:1. Damals flogen Nicolas Jackson und Luis Díaz beide vom Platz. Kompany erwartet einen ähnlich intensiven Schlagabtausch: "Was wir da immer erlebt haben, war ein totaler Kampf. Wir erwarten nichts anderes."
Dennoch verspürt der 40-jährige Trainer keinen übermäßigen Druck. Stattdessen überwiegt die Titellust: "Man darf das Spiel nicht kleinreden, aber trotzdem bleiben die Abläufe gleich. Wir freuen uns auf diese Aufgabe." Für Kompany persönlich wäre es ein besonderer Erfolg - weder als Spieler noch als Trainer hat er bisher ein DFB-Pokalfinale erreicht.
Die Zielsetzung ist klar formuliert: Der 21. Pokalsieg soll her. Nach sechs Jahren Durststrecke will der FC Bayern endlich wieder den begehrten Pott in den Berliner Nachthimmel strecken - diesmal hoffentlich mit jubelnden Fans im Stadion.



