Maradonas Tochter klagt im Neuprozess: Familie wurde vor Tod „total manipuliert“
Maradona-Tochter: Familie vor Tod „total manipuliert“

Maradonas Tochter klagt im Neuprozess: Familie wurde vor Tod „total manipuliert“

Im neu aufgerollten Prozess um den Tod des argentinischen Fußball-Idols Diego Maradona hat dessen Tochter Gianinna am Dienstag vor Gericht in San Isidro schwere Vorwürfe gegen das behandelnde Ärzteteam erhoben. Die Familie des legendären Zehners sei in den Wochen vor seinem Ableben „total und auf schreckliche Weise manipuliert“ worden, sagte sie in ihrer emotionalen Aussage.

Vertrauen in Ärzte führte zu tragischem Irrtum

Gianinna Maradona schilderte detailliert, wie die Ärzte sie und ihre Geschwister davon überzeugt hätten, dass sich ihr Vater nach einer Operation wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn sicher in einem gemieteten Haus in Tigre erholen könne. Zudem habe man die Familie beruhigt, indem man betonte, das Haus sei medizinisch gut ausgestattet. „Ich habe diesen drei Leuten vertraut, die uns nur manipuliert und meinen Sohn ohne Großvater zurückgelassen haben“, erklärte sie unter Tränen mit Blick auf den Neurochirurgen Leopoldo Luque, die Psychiaterin Agustina Cosachov und den Pfleger Carlos Diaz.

Zentrale Frage: Hätte stationäre Behandlung Leben retten können?

Ein zentraler Punkt des vielbeachteten Verfahrens ist die Frage, ob die Entscheidung gegen eine stationäre Behandlung Maradonas Leben gefährdete. Die Angeklagten betonen hingegen, der frühere Weltmeister, der lange gegen eine Alkohol- und Kokainsucht gekämpft hatte, sei eines natürlichen Todes gestorben. Gianinna berichtete ergreifend von dem Tag, an dem sie an das Sterbebett ihres Vaters geeilt war und vom Rettungsdienst erfahren hatte, dass dessen Leben nicht mehr zu retten gewesen sei.

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Die Fußballlegende war am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren verstorben. Sein siebenköpfiges Ärzteteam wurde später wegen der Umstände des Todes angeklagt, wobei der erste Prozess für ungültig erklärt wurde. Die aktuelle Neuauflage des Verfahrens soll voraussichtlich bis Juli andauern.

Mögliche Höchststrafe von bis zu 25 Jahren Haft

Die Angeklagten müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Im Falle eines Schuldspruchs stehen jeweils bis zu 25 Jahre Haft als Höchststrafe im Raum. Alle Beschuldigten weisen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft entschieden zurück und betonen ihre Unschuld. Der Prozess wird international aufmerksam verfolgt, da er nicht nur rechtliche, sondern auch ethische Fragen zur medizinischen Verantwortung aufwirft.

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